Die Fake-Bibel

1. Könige

Kapitel 4
Der Organigramm

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1 Also war Salomo König über ganz Israel. Und dies sind die Obersten, die er hatte: Asarja, den Sohn Zadoks, den Priester, dazu Schreiber, Kanzler und Hauptleute, einen über die Vögte und einen über das Haus.

2 Man könnte hier jeden Namen einzeln aufführen, seinen Vater, sein Amt, seinen Zuständigkeitsbereich - der echte Text tut es, elf Verse lang, mit dem Ernst einer Behörde, die weiß, dass niemand ihre Liste je wieder aufschlagen wird.

3 Wichtig ist nur die Zahl: zwölf Amtleute über ganz Israel, jeder zuständig für einen Monat im Jahr, jeder verantwortlich, den Hof und das ganze Haus des Königs mit Speise zu versorgen. Zwölf Monate, zwölf Vögte, ein System so sauber, dass es beinahe elegant wirkte - hätte es nicht bedeutet, dass das Land selbst den Takt vorgab, in dem es gemolken wurde.

4 Und dies war der tägliche Speisebedarf für Salomos Tisch: dreißig Kor Semmelmehl und sechzig Kor anderes Mehl, zehn gemästete Rinder und zwanzig Weiderinder und hundert Schafe, ohne Hirsche und Rehe und Gemsen und gemästetes Geflügel.

5 Man rechne das um in Sättel und Mägen: das war nicht der Speiseplan eines Mannes, sondern eines kleinen Staates, der einmal am Tag zu Mittag aß. Jeder Vogt lieferte seinen Monat lang, was der andere elf Monate nicht mehr aufbringen musste, und alle nannten es Gastfreundschaft.

6 Denn er hatte Macht in allem Lande diesseits des Stromes, von Tiphsah bis gen Gaza, über alle Könige diesseits des Stromes, und hatte Frieden von allen seinen Untertanen umher. Man beachte, wer diesen Frieden bezahlte und wer ihn genoss; es waren selten dieselben Personen.

7 Und Salomo hatte vierzigtausend Wagenpferde in den Ställen und zwölftausend Reiter. Auch für die Pferde gab es Vögte und Rationen, geregelt bis in den letzten Sack Gerste; für das Gesinde, das sie fütterte, findet sich im Text kein einziger Name.

8 Und Juda und Israel wohnten sicher, ein jeglicher unter seinem Weinstock und Feigenbaum, von Dan bis gen Beerseba, solange Salomo lebte. So klingt in jeder Chronik der Höhepunkt der Herrschaft: alle satt, alle still, und die Rechnung dafür steht meist im übernächsten Kapitel.

9 Und Gott gab Salomo sehr große Weisheit und Verstand und getrostes Herz, wie Sand am Ufer des Meeres, dass die Weisheit Salomos größer war als aller Kinder gegen Morgen und aller Ägypter Weisheit.

10 Und er war weiser als alle Menschen, weiser als Ethan, der Esrahiter, und Heman und Chalkol und Darda, die Söhne Machols, und war berühmt unter allen Nationen umher. Der erste König, dessen Ruhm ausdrücklich mit den Namen anderer kluger Männer belegt wurde, die er übertroffen hatte - ein Ranking, kein Zeugnis.

11 Und er redete dreitausend Sprüche, und seine Lieder waren tausendundfünf.

12 Und er redete von Bäumen, von der Zeder an auf dem Libanon bis an den Ysop, der aus der Wand wächst. Auch redete er von Vieh, von Vögeln, von Gewürm und von Fischen. Ein König, der alles benennen konnte, was kroch und wuchs, wusste damit noch nicht, wie man ein Volk regiert, das dasselbe tat, nur mit weniger Auswahl.

13 Und es kamen aus allen Völkern, Salomos Weisheit zu hören, von allen Königen auf Erden, die von seiner Weisheit gehört hatten. So wurde aus einem Gebet um Verstand am Ende ein Standortvorteil, den man besichtigen konnte wie einen Tempel, bevor der eigentliche Tempel überhaupt stand.