Kapitel 2
Der Baustein, den die Prüfer aussortiert haben
✦ ✦ ✦
1 So legt nun ab alle Bosheit, allen Betrug, Heuchelei, Neid und alles üble Nachreden, und verlangt nach der reinen, geistlichen Milch wie neugeborene Kinder, damit ihr durch sie heranwachst zur Rettung,
2 wenn ihr denn geschmeckt habt, dass der Herr freundlich ist.
3 Kommt zu ihm, dem lebendigen Stein, von Menschen verworfen, aber bei Gott auserwählt und kostbar,
4 und lasst euch selbst als lebendige Steine zu einem geistlichen Haus erbauen, zu einem heiligen Priestertum, das geistliche Opfer darbringt, Gott wohlgefällig durch Jesus Christus.
5 Darum steht in der Schrift: „Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten, kostbaren Eckstein; wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden.”
6 Euch also, die ihr glaubt, ist er kostbar; den Ungläubigen aber ist er der Stein, den die Bauleute verworfen haben und der zum Eckstein wurde,
7 ein Stein des Anstoßens, ein Fels des Ärgernisses. Sie stoßen sich am Wort, weil sie nicht glauben - genau dazu waren sie bestimmt. Jede Qualitätsprüfung findet, was sie sucht; diese hier hat den tragenden Stein für Ausschuss gehalten.
8 Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.
9 Einst wart ihr kein Volk, nun aber seid ihr Gottes Volk; einst ohne Erbarmen, nun in Gottes Erbarmen.
10 Liebe Brüder, ich ermahne euch als Fremdlinge und Pilger: Haltet euch fern von fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten,
11 und führt einen guten Wandel unter den Völkern, damit sie, die euch als Übeltäter verleumden, eure guten Taten sehen und Gott preisen, wenn der Tag kommt, an dem alles offenbar wird.
12 Ordnet euch um des Herrn willen jeder menschlichen Ordnung unter, sei es dem Herrscher als dem Obersten, oder den Statthaltern, die von ihm gesandt sind, die Übeltäter zu bestrafen und die Rechtschaffenen zu loben.
13 Denn das ist Gottes Wille: dass ihr durch gute Taten die Unwissenheit törichter Menschen zum Schweigen bringt.
14 Als Freie - doch nicht als solche, die die Freiheit zum Deckmantel der Bosheit machen, sondern als Knechte Gottes.
15 Erweist jedem Ehre, liebt die Brüder, fürchtet Gott, ehrt den Herrscher.
16 Ihr Diener, unterstellt euch mit aller Achtung euren Herren, nicht nur den guten und milden, sondern auch den launischen.
17 Denn das ist Gnade, wenn jemand um des Gewissens willen vor Gott Leid erträgt und Unrecht erduldet, das er nicht verdient hat. Welcher Ruhm ist es schließlich, wenn ihr für Fehlverhalten Schläge erduldet? Wenn ihr aber Gutes tut und dennoch leidet und es erduldet, das ist Gnade bei Gott.
18 Denn dazu seid ihr berufen, weil auch Christus für euch gelitten und euch ein Vorbild hinterlassen hat, dass ihr seinen Spuren folgen sollt.
19 Er hat keine Sünde begangen, und in seinem Mund wurde kein Betrug gefunden.
20 Als er beschimpft wurde, schimpfte er nicht zurück; als er litt, drohte er nicht, sondern übergab die Sache dem, der gerecht richtet.
21 Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib hinaufgetragen auf das Holz, damit wir, der Sünde gestorben, für die Gerechtigkeit leben; durch seine Wunden seid ihr geheilt.
22 Denn ihr wart wie umherirrende Schafe, seid nun aber umgekehrt zu dem Hirten und Aufseher eurer Seelen.