Die Fake-Bibel

2. Chronik

Kapitel 10
Der falsche Berater

✦ ✦ ✦

1 Und Rehabeam zog gen Sichem; denn ganz Israel war gen Sichem gekommen, ihn zum König zu machen.

2 Und da das Jerobeam hörte, der Sohn Nebats, der in Ägypten war, dahin er vor dem König Salomo geflohen war, kam er wieder aus Ägypten.

3 Und sie sandten hin und ließen ihn rufen. Und Jerobeam kam mit ganz Israel und redeten mit Rehabeam und sprachen:

4 Dein Vater hat unser Joch zu hart gemacht; so mache du nun den harten Dienst und das schwere Joch leichter, das er uns auferlegt hat, so wollen wir dir untertan sein.

5 Er sprach zu ihnen: Über drei Tage kommt wieder zu mir. Und das Volk ging hin.

6 Da hielt der König Rehabeam Rat mit den Ältesten, die vor seinem Vater Salomo gestanden hatten, da er noch lebte, und sprach: Wie ratet ihr, dass ich diesem Volk Antwort gebe?

7 Sie sprachen zu ihm: Wirst du diesem Volk freundlich sein und wirst sie gütig behandeln und ihnen gute Worte geben, so werden sie dir untertan sein allewege.

8 Er aber verließ den Rat der Ältesten, den sie ihm gegeben hatten, und hielt Rat mit den Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren und vor ihm standen.

9 Und sprach zu ihnen: Was ratet ihr, dass wir diesem Volk antworten, die zu mir gesagt haben: Erleichtere das Joch, das dein Vater auf uns gelegt hat?

10 Und die Jungen, die mit ihm aufgewachsen waren, sprachen zu ihm: So sollst du sagen zu dem Volk: Mein kleiner Finger soll dicker sein als meines Vaters Lenden.

11 Hat mein Vater euch ein schweres Joch aufgelegt, ich will noch mehr dazutun. Mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber will euch mit Skorpionen züchtigen. Der König hatte zwei Beratergremien zur Auswahl: eines mit grauen Haaren und Erfahrung, eines mit ihm selbst gealtert und seinem eigenen Echo. Er entschied sich für das Gremium, das ihm am wenigsten widersprach, und nannte es später vermutlich seine eigene Meinung.

12 Da nun Jerobeam und alles Volk zu Rehabeam kamen am dritten Tag, wie der König gesagt hatte,

13 antwortete ihnen der König hart. Denn der König Rehabeam verließ den Rat der Ältesten

14 und redete mit ihnen nach dem Rat der Jungen und sprach: Hat mein Vater euer Joch zu schwer gemacht, so will ich noch mehr dazutun; mein Vater hat euch mit Peitschen gezüchtigt, ich aber mit Skorpionen.

15 Also gehorchte der König dem Volk nicht; denn es war also von Gott gefügt, auf dass der HERR sein Wort bekräftigte, das er durch Ahia von Silo geredet hatte zu Jerobeam, dem Sohn Nebats.

16 Da aber ganz Israel sah, dass der König sie nicht hören wollte, antwortete das Volk dem König und sprach: Was haben wir für Teil an David? Ein jeglicher hebe sich zu seiner Hütte, Israel! So siehe nun du zu deinem Hause, David! Und ganz Israel ging in seine Hütten.

17 Aber über die Kinder Israel, die in den Städten Judas wohnten, ward Rehabeam König.

18 Da sandte der König Rehabeam Hadoram, den Fronmeister; aber die Kinder Israel steinigten ihn zu Tode. Der König Rehabeam aber stieg schnell auf einen Wagen, dass er gen Jerusalem flöhe.

19 Also fiel Israel ab vom Hause David bis auf diesen Tag. Von hier an teilt sich die Erzählung, und diese Chronik entscheidet sich, welche Hälfte des Volkes sie fortan noch begleitet - nicht die größere, nicht die, die den König als Erste zurückwies, sondern die eigene: Juda, mit David, mit Jerusalem, mit dem Tempel. Der Rest des Volkes bekommt von nun an nur noch Nebenrollen, meist als Gegner.