Kapitel 19
Die Justizreform
✦ ✦ ✦
1 Josaphat aber, der König Judas, kam wieder heim gen Jerusalem mit Frieden, nachdem er mit Ahab in den Streit gezogen war, aus dem er selbst kaum lebend zurückkam.
2 Und Jehu, der Sohn Hananis, der Seher, ging hinaus ihm entgegen und sprach zu ihm: Solltest du dem Gottlosen helfen und lieben, die den HERRN hassen? Um deswillen ist über dich der Zorn vor dem HERRN. Es war die kürzeste Mitarbeiterbeurteilung der Schrift, geliefert direkt am Empfang, noch bevor der König das Gepäck abgestellt hatte.
3 Aber es ist etwas Gutes an dir gefunden, dass du die Ascherabilder hast weggetan aus dem Lande und dein Herz gerichtet hast, Gott zu suchen. Ein Tadel und ein Lob im selben Atemzug - die seltenste Form der Kritik, die tatsächlich etwas verändert, weil sie beides ernst meint.
4 Und Josaphat wohnte zu Jerusalem und zog wieder aus unter das Volk von Beerseba an bis auf das Gebirge Ephraim und brachte sie wieder zu dem HERRN, ihrer Väter Gott.
5 Und er bestellte Richter im Lande in allen festen Städten Judas, in einer jeglichen Stadt.
6 Und sprach zu den Richtern: Sehet zu, was ihr tut; denn ihr haltet das Gericht nicht den Menschen, sondern dem HERRN, und er ist bei euch im Gericht. Es war die erste Amtseinführung, die den Richtern nicht ihre Unabhängigkeit versprach, sondern ihnen jede Ausrede dafür nahm.
7 Darum lasst die Furcht des HERRN bei euch sein und hütet euch und tut es; denn bei dem HERRN, unserem Gott, ist kein Unrecht noch Ansehen der Person noch Annehmen von Geschenken.
8 Auch bestellte Josaphat zu Jerusalem etliche Leviten und Priester und Oberste der Vaterhäuser Israels über das Gericht des HERRN und über Streitsachen, und sie wohnten zu Jerusalem.
9 Und er gebot ihnen und sprach: Tut also in der Furcht des HERRN, treulich und mit rechtem Herzen.
10 In allen Sachen, die vor euch kommen von euren Brüdern, die in ihren Städten wohnen, es gelte Blut oder Blut, Gesetz oder Gebot, Satzungen oder Rechte, sollt ihr sie unterweisen, dass sie sich nicht verschulden am HERRN. Zwei getrennte Instanzen wurden hier gegründet, eine für den König, eine für den Betreiber der Schöpfung, und man beachte, welche der beiden am Ende zuständig war, wenn ein Fall wirklich schwer wog.
11 Siehe, Amarja, der Priester, ist der Oberste über euch in allen Sachen des HERRN, und Sebadja, der Sohn Ismaels, der Fürst im Hause Juda, in allen Sachen des Königs. Auch habt ihr Amtleute, die Leviten, vor euch; seid getrost und tut es, und der HERR wird mit dem Guten sein.
12 Es war die erste Gewaltenteilung, von der die Schrift berichtet: eine Instanz für das Recht Gottes, eine für das Recht des Hofes, und beide sollten unabhängig bleiben voneinander, solange der König lebte, der sie unabhängig gemacht hatte.