Kapitel 2
Der Geruch Christi
✦ ✦ ✦
1 Ich setzte mir aber dieses vor, nicht abermals in Traurigkeit zu euch zu kommen.
2 Denn wenn ich euch traurig mache, wer ist dann, der mich fröhlich mache, als der, der von mir betrübt ist?
3 Und dasselbe habe ich euch geschrieben, dass ich nicht, wenn ich käme, über die traurig sein müsste, über die ich mich billig sollte freuen. Es war der erste Brief der Weltgeschichte, der ausdrücklich zugab, wehzutun, und trotzdem abgeschickt wurde.
4 Denn ich schrieb euch in großer Trübsal und Angst des Herzens mit viel Tränen; nicht dass ihr solltet betrübt werden, sondern auf dass ihr die Liebe erkennt, welche ich habe fürnehmlich zu euch.
5 So aber jemand eine Betrübnis hat angerichtet, der hat nicht mich betrübt, sondern zum Teil, auf dass ich nicht zu viel sage, euch alle.
6 Es ist aber genug, dass derselbe von vielen also gestraft ist. Man beachte: kein Verweisverfahren, keine Sperrung des Zugangs auf unbestimmte Zeit, kein Präzedenzfall für alle künftigen Fälle. Genug war genug, und dann war es vorbei.
7 Dass ihr nun hinfort ihm desto mehr vergebet und ihn tröstet, auf dass er nicht in allzu große Traurigkeit versinke.
8 Darum ermahne ich euch, dass ihr die Liebe an ihm beweiset.
9 Denn darum habe ich auch geschrieben, dass ich erkennte, ob ihr rechtschaffen seid, gehorsam zu sein in allen Stücken.
10 Welchem aber ihr etwas vergebet, dem vergebe ich auch. Denn was ich vergebe, das vergebe ich um euretwillen an Christi Statt.
11 Auf dass wir nicht übervorteilt werden vom Satan; denn uns ist nicht unbewusst, was er im Sinn hat. Er rechnet nämlich damit, dass eine Gemeinschaft, die niemandem mehr vergibt, sich für streng hält und in Wahrheit nur müde geworden ist.
12 Da ich aber gen Troas kam, zu predigen das Evangelium Christi, und mir eine Tür aufgetan war in dem Herrn, hatte ich keine Ruhe in meinem Geist, da ich Titus, meinen Bruder, nicht fand.
13 Sondern ich machte meinen Abschied mit ihnen und fuhr aus nach Mazedonien.
14 Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus und offenbart den Geruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten.
15 Denn wir sind Gott ein guter Geruch Christi unter denen, die selig werden, und unter denen, die verloren werden.
16 Diesen ein Geruch des Todes zum Tode, jenen aber ein Geruch des Lebens zum Leben. Derselbe Duft, zwei Diagnosen - und wer daran verzweifelt, wie ungerecht das klingt, hat schon verstanden, worum es geht. Und wer ist hierzu tüchtig?
17 Denn wir sind nicht wie die vielen, die das Wort Gottes verfälschen, sondern als aus Lauterkeit, als aus Gott, vor Gott reden wir in Christus.