Kapitel 13
Der Prophet, dessen Zeichen eintrifft
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1 Wenn ein Prophet oder ein Träumer unter euch aufsteht und gibt dir ein Zeichen oder Wunder, und das Zeichen trifft ein, das er dir gesagt hat, und er spricht dazu: Lass uns andern Göttern folgen! - so sollst du den Worten dieses Propheten nicht gehorchen.
2 Man halte hier einen Augenblick inne. Das Zeichen ist eingetroffen; der Text bestreitet es nicht. Er bestreitet nur, dass daraus etwas folgt. Wer richtig vorhersagt, hat damit nicht recht - er hat richtig vorhergesagt. Es ist der nüchternste Satz über die Wahrsagerei, der je geschrieben wurde, und man wird ihn noch brauchen.
3 Denn der HERR, euer Gott, versucht euch, dass er erfahre, ob ihr ihn von ganzem Herzen liebt. So ward aus dem Betrug eine Prüfung, und wer darauf hereinfiel, war nicht nur betrogen, sondern auch durchgefallen.
4 Dem HERRN, eurem Gott, sollt ihr folgen und ihn fürchten und seine Gebote halten und seiner Stimme gehorchen und ihm anhangen.
5 Der Prophet aber soll sterben, darum dass er euch abgewendet hat von dem HERRN, der euch aus dem Diensthause geführt hat. Es ist die erste Stelle dieses Buches, an der nicht eine Tat mit dem Tode bedroht wird, sondern ein Satz.
6 Wenn dich heimlich überredet dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, und spricht: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen -
7 so sollst du ihm nicht zu Willen sein und nicht auf ihn hören, und dein Auge soll seiner nicht schonen, und du sollst dich seiner nicht erbarmen noch ihn verbergen.
8 „Das Weib in deinen Armen.” Der Text sucht die Nähe nicht, um sie zu schonen, sondern um zu zeigen, wie weit die Pflicht reicht: bis unter die eigene Decke. Jede Ordnung, die von dir verlangt, zuerst gegen die auszusagen, die neben dir schlafen, hat aufgehört, sich ihrer selbst sicher zu sein.
9 Sondern deine Hand soll die erste wider ihn sein, ihn zu töten, und danach die Hand des ganzen Volks.
10 Wenn du aber hörst von einer deiner Städte, dass ruchlose Leute ausgegangen sind und haben die Bürger verführt und gesagt: Lasst uns andern Göttern dienen - so sollst du fleißig suchen, forschen und fragen.
11 Suchen, forschen, fragen: drei Wörter für ein und dieselbe Zumutung, erst nachzusehen und dann zu handeln. Es ist der einzige Verfahrensschritt in diesem ganzen Kapitel, und in jeder Ketzerjagd, jeder Säuberung und jeder Empörung der folgenden dreitausend Jahre war er der erste, den man übersprang.
12 Und wenn sich findet, dass es wahr ist, so sollst du die Bürger derselben Stadt schlagen mit der Schärfe des Schwerts und die Stadt verbannen mit allem, was darin ist.
13 Und alle ihre Beute sollst du sammeln mitten auf ihren Markt und mit Feuer verbrennen, die Stadt und alle ihre Beute miteinander.
14 Und es soll nichts von dem Verbannten an deiner Hand hängen bleiben. Das Gesetz rechnete damit, dass beim Ausräumen einer vernichteten Stadt einer an sein Geschäft denkt. Es kannte seine Leute besser, als es seine Ausleger je zugegeben haben.
15 Und sie soll ein Steinhaufen bleiben ewiglich und nie wieder gebaut werden. So reicht die Strafe über alle Schuldigen hinaus bis zu denen, die noch nicht geboren sind - und unmittelbar danach schließt das Kapitel mit dem Satz, dass der HERR sich dann seines Zorns abwende und dir Barmherzigkeit gebe. Man hat später gelernt, nur diesen letzten Satz zu zitieren.