Kapitel 24
Wir wollen es tun
✦ ✦ ✦
1 Und der HERR sprach zu Mose: Steig herauf zu mir, du und Aaron, Nadab und Abihu und siebzig von den Ältesten Israels, und betet an von ferne. Mose aber allein nahe sich dem HERRN; die andern sollen nicht herzunahen, und das Volk soll gar nicht heraufsteigen. Noch ehe der Bund geschlossen war, stand fest, wer nah darf.
2 Und Mose kam und sagte dem Volk alle Worte des HERRN und alle Rechte. Da antwortete alles Volk mit einer Stimme: Alle Worte, die der HERR gesagt hat, wollen wir tun.
3 Es war ein einstimmiges Ja. Wie alle einstimmigen Ja war es billig zu geben und teuer zu halten.
4 Da schrieb Mose alle Worte des HERRN nieder und machte sich früh am Morgen auf und baute einen Altar unten am Berge mit zwölf Steinmalen nach den zwölf Stämmen Israels.
5 Von dieser Stunde an war das Gesetz keine Stimme mehr, sondern ein Text. Ein Text braucht den, der ihn gesprochen hat, nicht mehr; er wirkt auch dort, wo niemand mehr weiß, wie es gemeint war. Das war der ganze Vorteil, und es war der ganze Preis.
6 Und er sandte junge Männer hin, die opferten Brandopfer und Dankopfer von Rindern. Und Mose nahm die Hälfte des Blutes und tat es in ein Becken, die andere Hälfte sprengte er an den Altar.
7 Und er nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volkes. Und sie sprachen: Alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und ihm gehorchen. Nun hatten sie es auch gehört. Es ist der einzige Vertrag der Weltgeschichte, der zweimal angenommen wurde, einmal ungelesen und einmal vorgelesen, und beide Male ohne eine einzige Rückfrage.
8 Da nahm Mose das Blut und sprengte es auf das Volk und sprach: Sehet, das ist das Blut des Bundes, den der HERR mit euch macht über allen diesen Worten. Man unterschrieb nicht mit dem Namen. Man unterschrieb mit dem, was jeder hatte.
9 Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und die siebzig Ältesten Israels hinauf und sahen den Gott Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein Boden aus Saphir und wie der Himmel, wenn er klar ist.
10 Und er reckte seine Hand nicht aus wider die Obersten Israels. Und da sie Gott geschaut hatten, aßen und tranken sie. Sie sahen Gott, und dann setzten sie sich zu Tisch. Es ist der unfeierlichste Satz der ganzen Schrift und vielleicht der wahrste: Der Mensch hält das Ungeheure ungefähr eine Stunde aus, dann wird er hungrig.
11 Und der HERR sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und bleib daselbst, dass ich dir gebe die steinernen Tafeln und das Gesetz und die Gebote, die ich geschrieben habe, sie zu lehren.
12 Und Mose sprach zu den Ältesten: Bleibt hier, bis wir wieder zu euch kommen. Siehe, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Sache, der komme vor sie. Eine Vertretung war benannt, eine Frist nicht.
13 Und Mose stieg auf den Berg, und eine Wolke bedeckte den Berg, und die Herrlichkeit des HERRN wohnte auf dem Berge Sinai sechs Tage lang. Am siebenten Tage rief er Mose aus der Wolke.
14 Und die Herrlichkeit des HERRN war anzusehen wie ein verzehrendes Feuer auf dem Gipfel des Berges vor den Kindern Israel. Sie konnten es sehen, von unten, jeden Tag, in voller Größe. Das ist wichtig für alles, was danach kommt: Es fehlte ihnen nicht am Beweis.
15 Und Mose blieb auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte. Für den, der oben ist, sind vierzig Tage ein Gespräch. Für die, die unten warten, sind es vierzig Tage ohne Nachricht. Keine der beiden Seiten hat je ganz begriffen, was die andere in dieser Zeit erlebt hat.