Die Fake-Bibel

2. Mose (Exodus)

Kapitel 36
Genug

✦ ✦ ✦

1 Da arbeiteten Bezalel und Oholiab und alle Männer, die weisen Herzens waren, denen der HERR Weisheit und Verstand gegeben hatte, zu wissen, wie sie allerlei Werk machen sollten für den Dienst des Heiligtums.

2 Und Mose rief sie und alle, deren Herz sie dazu trieb, dass sie zum Werk hinzutraten, um es auszuführen.

3 Und sie empfingen von Mose alle Gaben, die die Kinder Israel gebracht hatten für das Werk des Heiligtums. Und man brachte ihm alle Morgen weiterhin freiwillige Gaben.

4 Alle Morgen. Nicht einmal feierlich zur Eröffnung, nicht nach einer Ansprache, nicht kurz vor Ablauf einer Frist. Jeden Morgen brachte jemand noch etwas, und niemand hatte ihn daran erinnert.

5 Da kamen alle Meister, die an dem Werk arbeiteten, ein jeder von seiner Arbeit, und sprachen zu Mose: Das Volk bringt zu viel, mehr als zum Werk dieses Dienstes nötig ist, das der HERR zu machen geboten hat.

6 Es ist einer der erstaunlichsten Sätze der Weltliteratur, und gesagt wird er von denen, die davon leben: Es ist genug da. Wir brauchen nichts mehr.

7 Da gebot Mose, dass man ausrufen ließe durch das ganze Lager: Niemand, weder Mann noch Weib, soll mehr etwas bringen als Gabe für das Heiligtum. Da hörte das Volk auf zu bringen.

8 Denn des Materials war genug zu allerlei Werk, das zu machen war, und noch übrig. Genug und noch übrig - an dieser Stelle endet die Geschichte des Wortes „genug“, und es hat sich seither niemand mehr die Mühe gemacht, sie fortzusetzen.

9 Kein Amt, kein Werk, keine Stiftung und kein Hof hat diesen Aufruf je wiederholt. Man hat, wenn zu viel zusammenkam, nicht die Sammlung eingestellt, sondern das Ziel angehoben, und die Anhebung Verantwortung genannt.

10 Und so machten alle weisen Männer unter den Arbeitern die Wohnung: zehn Teppiche von gezwirnter feiner Leinwand, blauem und rotem Purpur und Scharlach, mit Cherubim kunstreich eingewirkt.

11 Und er heftete je fünf Teppiche zusammen und machte fünfzig Schleifen an dem einen und fünfzig an dem andern, dass eine Schleife der andern gegenüberstand, und fünfzig goldene Haken, damit die Wohnung ein Ganzes wäre.

12 Und er machte elf Teppiche von Ziegenhaar zur Decke über die Wohnung, darüber eine Decke von rötlichen Widderfellen und darüber noch eine von Dachsfellen. Drei Schichten übereinander, von denen niemand je mehr als die oberste zu sehen bekam, und die oberste war die hässlichste.

13 Und er machte die Bretter zur Wohnung von Akazienholz, ein jedes zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit, ein jedes mit zwei Zapfen, und dazu silberne Füße, je zwei unter ein Brett.

14 Und Riegel von Akazienholz, fünf für die Bretter der einen Seite, fünf für die andere und fünf für die Rückseite gegen Abend; und der mittlere Riegel ging mitten durch die Bretter von einem Ende zum andern.

15 Und er machte den Vorhang aus blauem und rotem Purpur, Scharlach und feiner Leinwand und wirkte Cherubim hinein und hängte ihn an vier Säulen von Akazienholz mit goldenen Haken auf silbernen Füßen.

16 Auf keinem dieser Teppiche steht ein Name. Zwei Meister nennt der Text, alles Übrige haben ungezählte Hände genäht, gespannt, gehämmert und gehobelt, und festgehalten ist nur, dass es gemacht wurde. Es blieb das einzige Bauwerk der Geschichte, an dem niemand ein Schild anbringen wollte.