Kapitel 3
Der Geschmack der Anweisung
✦ ✦ ✦
1 Und er sprach zu mir: Du Menschensohn, iss, was vor dir ist, iss diesen Brief, und geh hin und predige dem Haus Israel.
2 Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir den Brief zu essen.
3 Und sprach zu mir: Du Menschensohn, du musst diesen Brief, den ich dir gebe, in deinen Leib essen und deinen Bauch damit füllen. Da aß ich ihn, und er war in meinem Munde so süß wie Honig.
4 Und er ist es geblieben, lange nachdem der Geschmack vergangen war. Was man in sich hineinnimmt, verdaut man nicht nur, man wird davon gesprochen; der Prophet aß Worte, und von da an kamen die Worte, die er sagte, nicht mehr von außen.
5 Und sprach zu mir: Du Menschensohn, geh hin zum Hause Israel und predige ihnen mein Wort.
6 Ich sende dich nicht zu einem Volk von fremder Rede und schwerer Sprache, sondern zum Hause Israel; auch nicht zu großen Völkern fremder Rede und schwerer Sprache, deren Worte du nicht verstehst - wenn ich dich aber zu denen sendete, würden sie dich hören.
7 Aber das Haus Israel will dich nicht hören, denn sie wollen mich selbst nicht hören; denn das ganze Haus Israel hat harte Stirnen und verstockte Herzen.
8 Siehe, ich habe dein Angesicht hart gemacht gegen ihr Angesicht und deine Stirn hart gegen ihre Stirn.
9 Ja, ich habe deine Stirn so hart wie einen Diamant, härter als einen Kieselstein gemacht; fürchte dich nicht vor ihnen und erschrick nicht vor ihrem Angesicht, ob sie ein ungehorsames Haus sind.
10 Und er sprach zu mir: Du Menschensohn, alle meine Worte, die ich zu dir rede, die fasse zu Herzen und höre sie mit deinen Ohren.
11 Und geh hin zu den Gefangenen deines Volkes und predige ihnen und sprich zu ihnen: So spricht Gott der HERR, sie hören’s oder lassen’s.
12 Und der Geist hob mich auf, und ich hörte hinter mir ein Getön wie eines großen Erdbebens: Gelobt sei die Herrlichkeit des HERRN an ihrem Ort.
13 Auch hörte ich das Rauschen der Flügel der Tiere, dass eins an das andere schlug, und das Rasseln der Räder neben ihnen, ein Getön wie eines großen Erdbebens.
14 Da hob mich der Geist auf und führte mich weg; und ich fuhr dahin voll Bitterkeit in grimmigem Mut, aber die Hand des HERRN hielt mich fest.
15 Und ich kam zu den Gefangenen, die bei Tel-Abib wohnten am Wasser Kebar, und setzte mich unter sie, sieben Tage lang, ganz erstarrt.
16 Und nach den sieben Tagen geschah des HERRN Wort zu mir:
17 Du Menschensohn, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus Israel; du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie von mir warnen.
18 Wenn ich zum Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben, und du warnst ihn nicht, so wird derselbe Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.
19 Wenn du aber den Gottlosen warnst und er sich nicht bekehrt, so wird er um seiner Sünde willen sterben, aber du hast deine Seele errettet. Der Wächter, der es liest, wird ohnehin schon wissen, dass dies der einzige Paragraf der Geschichte ist, den keiner sich aussuchen konnte.
20 Auch wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit wendet und tut Böses, so wird er sterben; hast du ihn aber nicht gewarnt, so fordere ich sein Blut von deiner Hand.
21 Warnst du aber den Gerechten, dass er nicht sündige, und er sündigt nicht, so soll er leben, weil er sich hat warnen lassen, und du hast deine Seele errettet.
22 Und die Hand des HERRN kam daselbst über mich, und er sprach zu mir: Mache dich auf und geh hinaus ins Feld, da will ich mit dir reden.
23 Und ich machte mich auf und ging hinaus ins Feld; und siehe, da stand die Herrlichkeit des HERRN, gleichwie ich sie am Wasser Kebar gesehen hatte, und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
24 Und der Geist kam in mich und stellte mich auf meine Füße, und er redete mit mir und sprach zu mir: Geh hin und verschließ dich in deinem Hause.
25 Und du, Menschensohn, siehe, man wird dir Stricke anlegen, damit man dich binde, dass du nicht ausgehst unter sie.
26 Ich will dir die Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, dass du verstummen sollst und sie nicht mehr strafen kannst; denn es ist ein ungehorsames Haus.
27 Wenn ich aber mit dir rede, will ich dir den Mund auftun, dass du zu ihnen sprechen sollst: So spricht Gott der HERR. Wer’s hört, der höre; wer’s lässt, der lasse es; denn es ist ein ungehorsames Haus. Bis dahin gab er ihm nur den Zugang, nicht die Erlaubnis, ihn zu benutzen - auch das war schon die halbe Geschichte des Buches.