Die Fake-Bibel

Hiob

Kapitel 22
Die Anklage aus dem Nichts

✦ ✦ ✦

1 Da antwortete Elifas von Theman und sprach: Kann denn ein Mann Gott etwas nützen? Nur sich selbst nützt der Kluge.

2 Meinst du, dem Allmächtigen sei gedient, wenn du gerecht bist, oder hat er Gewinn davon, dass du redlich wandelst?

3 Straft er dich denn aus Furcht vor dir und geht mit dir ins Gericht?

4 Ist nicht deine Bosheit groß und deiner Missetat kein Ende?

5 Elifas begann diesen dritten Auftritt einmal mit Fragen und Beweisen. Jetzt sind ihm die Beweise ausgegangen, übrig geblieben sind nur noch die Behauptungen.

6 Du hast von deinem Bruder Pfand genommen ohne Grund und den Nackten der Kleider entblößt, dem Müden das Wasser verweigert und dem Hungrigen dein Brot.

7 Der Mann von Gewalt hatte das Land, und der Angesehene wohnte darin, während du die Witwen leer wegschicktest und die Arme der Waisen zerbrachst.

8 Darum bist du mit Stricken umgeben, und Furcht hat dich plötzlich erschreckt.

9 Keiner dieser Sätze steht in irgendeiner Akte, die je über Hiob geführt wurde. Es sind lauter Vorwürfe, erfunden aus dem einen Grundsatz, dass ein Leiden dieser Größe eine passende Schuld haben muss.

10 Oder siehst du nicht die Finsternis, und die Flut der Wasser bedeckt dich?

11 Ist nicht Gott hoch droben im Himmel? Siehe, die Sterne stehen hoch obenan.

12 Doch du sprichst: Was weiß Gott? Sollte er, was in Wolken verborgen ist, richten können?

13 Willst du denn den alten Weg innehalten, den die Frevler gegangen sind, die vor ihrer Zeit weggerissen wurden, als die Flut den Grund ihres Hauses zerfließen ließ?

14 Die zu Gott sagten: Weiche von uns, und was sollte der Allmächtige ihnen tun können? So doch er ihre Häuser mit Gutem erfüllte.

15 Darum sei der Rat der Gottlosen ferne von mir. Die Gerechten werden es sehen und sich freuen, und der Unschuldige wird ihrer spotten.

16 Ist nicht unser Widersacher vertilgt, und hat nicht das Feuer ihre Reste verzehrt?

17 So vertrag dich nun mit ihm und habe Frieden, daraus wird dir viel Gutes kommen.

18 Nimm an die Lehre aus seinem Mund und lege seine Reden in dein Herz.

19 Kehrst du dich zum Allmächtigen, so wirst du gebaut werden, wenn du das Unrecht fern von deiner Hütte hältst.

20 Wirf in den Staub dein Gold und in den Bach das Ophirgold, so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das du dir gehäuft hast.