Kapitel 3
Der Rückkauf
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1 Und der HERR sprach zu mir: Gehe noch einmal hin und liebe ein Weib, das von ihrem Freunde geliebt wird und doch die Ehe bricht, gleichwie der HERR die Kinder Israel liebt, und sie sich doch kehren zu andern Göttern und lieben die Weinkuchen.
2 Es war kein neuer Auftrag. Es war derselbe, den er schon einmal ausgeführt hatte, nur dass diesmal die Frau nicht mehr ihm gehörte, sondern einem anderen, und er sie zurückholen sollte, als hätte es die erste Ehe nie gegeben.
3 Und ich kaufte sie mir um fünfzehn Silberlinge und anderthalb Scheffel Gerste.
4 Man beachte den Kaufpreis. Für eine Herde wäre er unangemessen niedrig gewesen. Für ein Weib, das ihm dem Bund nach ohnehin gehörte, war er das Doppelte von nötig. Er zahlte für etwas, das er sich hätte nehmen können, und nannte das nicht Großmut, sondern Vertrag.
5 Und sprach zu ihr: Halte dich nach mir eine lange Zeit; hure nicht und sei keines Mannes, so will ich auch mit dir halten.
6 Kein Fest zum Empfang, keine Feier des Rückkaufs. Nur eine Frist, in der beide schweigen sollten, sie aus Scham, er aus Ungewissheit, ob sie es diesmal aushielt.
7 Denn die Kinder Israel werden lange Zeit ohne König, ohne Fürsten, ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligtümer sein.
8 Man entzog ihnen alles, woran sie sich vorher festgehalten hatten, damit am Ende nur noch das übrig blieb, woran sie sich hätten festhalten sollen.
9 Es gab kein Ersatzangebot in der Zwischenzeit, keinen kleineren Gott zur Überbrückung. Wer die Leere nicht aushält, füllt sie mit dem Nächstbesten; wer sie aushält, findet am Ende, was zuerst da war.
10 Danach werden sich die Kinder Israel bekehren und den HERRN, ihren Gott, suchen und ihren König David; und werden sich furchtsam zum HERRN halten und zu seinem Gut in den letzten Tagen.
11 Die Wartezeit war das ganze Verfahren. Man nannte sie Zucht, weil man das Wort Zwangspause noch nicht kannte, und weil Zucht besser klingt, wenn man selbst der ist, der sie verhängt.