Kapitel 2
Schwerter zu Pflugscharen
✦ ✦ ✦
1 Dies ist’s, das Jesaja, der Sohn des Amoz, sah über Juda und Jerusalem.
2 Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher denn alle Berge, und über alle Hügel erhaben werden, und werden alle Heiden dazu laufen.
3 Und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen. Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und des HERRN Wort von Jerusalem.
4 Er wird richten unter den Heiden und strafen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere ein Schwert aufheben, und werden hinfort nicht mehr kriegen lernen.
5 Man beachte, wie kurz der Satz ist und wie lange er auf Erfüllung wartet: dreitausend Jahre, in denen jede Generation ihn zitiert und die Schwerter in der anderen Hand behält.
6 Komm, Haus Jakobs, lasst uns wandeln im Licht des HERRN. Du hast dein Volk, das Haus Jakobs, verlassen, denn sie treiben’s mehr als die gegen Aufgang, und sind Tagewähler wie die Philister.
7 Ihr Land ist voll Silber und Gold, und ihrer Schätze ist kein Ende. Ihr Land ist auch voll Rosse, und ihrer Wagen ist kein Ende.
8 Auch ist ihr Land voll Götzen; sie beten an ihrer Hände Werk, das ihre Finger gemacht haben. Man ehrt, was man selbst hergestellt hat, weil das Herstellen der einzige Beweis war, den man noch verstand.
9 Da bückt sich der Pöbel, und die Herren demütigen sich; das wirst du ihnen nicht vergeben.
10 Gehe in den Felsen und verbirg dich in der Erde vor der Furcht des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät.
11 Denn alle hohen Augen werden erniedrigt werden, und die hohen Herzen der Leute werden gebeugt werden, dass der HERR allein hoch sei zu der Zeit.
12 Denn der Tag des HERRN Zebaoth wird gehen über alles Hoffärtige und Hohe und über alles Erhabene, dass es erniedrigt werde.
13 Über alle hohen und erhabenen Zedern des Libanon und über alle Eichen Basans.
14 Über alle hohen Berge und über alle erhabenen Hügel.
15 Über alle hohen Türme und über alle festen Mauern.
16 Über alle Schiffe im Meer und über alle köstliche Arbeit. Über jede Kathedrale aus Glas und Stahl, die man errichtet, damit sie von weitem den Eindruck macht, sie stünde für die Ewigkeit, obwohl der Mietvertrag auf zehn Jahre läuft.
17 Dass sich bücken muss alle Höhe der Menschen und sich demütigen müssen, die hohen Männer, dass der HERR allein hoch sei zu der Zeit.
18 Und mit den Götzen wird’s ganz aus sein.
19 Da wird man in der Felsen Höhlen gehen und in der Erde Klüfte vor der Furcht des HERRN und vor seiner herrlichen Majestät, wenn er sich aufmachen wird, zu schrecken die Erde.
20 Zu der Zeit wird jedermann seine silbernen und goldenen Götzen, die er sich hatte machen lassen, anzubeten, wegwerfen in die Maulwurfs- und Fledermauslöcher.
21 Man wirft weg, was man anbetete, sobald es keine Rendite mehr bringt. Das ist keine Umkehr, das ist nur die Kündigung eines Vertrags, der sich nicht mehr rechnet.
22 So lasst nun ab von dem Menschen, der Odem in der Nase hat; denn für was ist er zu achten?