Kapitel 20
Der Prophet als Anschauungsmaterial
✦ ✦ ✦
1 In dem Jahr, da der Tharthan gen Asdod kam, als ihn gesandt hatte Sargon, der König von Assyrien, und stritt wider Asdod und gewann es.
2 Zu derselben Zeit redete der HERR durch Jesaja, den Sohn des Amoz, und sprach: Gehe hin und zieh ab den Sack von deinen Lenden und zieh deine Schuhe aus von deinen Füßen. Und er tat also, ging nackt und barfuß.
3 Da sprach der HERR: Gleichwie mein Knecht Jesaja nackt und barfuß geht zum Zeichen und Wunder dreier Jahre über Ägypten und Kusch.
4 Also wird der König von Assyrien hintreiben das gefangene Ägypten und vertriebene Kusch, jung und alt, nackt und barfuß, mit entblößtem Hinterteil, zur Schande Ägyptens.
5 Und sie werden sich entsetzen und schämen über Kusch, ihre Zuversicht, und über Ägypten, ihren Ruhm.
6 Man setzte in jenen Jahren gern einen Menschen als Beweisstück ein, damit ein Argument nicht mehr bestritten werden konnte, sondern nur noch besichtigt. Der Prophet lief drei Jahre nackt herum, damit ein Bündnis auf dem Papier bliebe, statt in einer Straße Assyriens zu enden.
7 Und die Bewohner dieser Insel werden sagen zu der Zeit: Siehe, also ist es mit unserer Zuversicht gegangen, dahin wir um Hilfe geflohen sind, dass wir vor dem Könige von Assyrien errettet würden.
8 Wie sollten denn wir entrinnen?
9 Man hatte einen Prophetenkörper geopfert, um eine Prognose einzusparen, und die Prognose war am Ende dieselbe wie das, was der Körper schon drei Jahre vorher gezeigt hatte.
10 So bleibt vom Vertrauen, das man in fremde Mächte setzt, meist nur das übrig, was man selbst am eigenen Leib vorgeführt bekommen hat.