Die Fake-Bibel

Joel

Kapitel 1
Die vier Systeme

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1 Das Wort des HERRN, das geschah zu Joel, dem Sohn Pethuels.

2 Höret dies, ihr Ältesten, und merket auf, alle Einwohner im Lande: Ist solches je geschehen zu euren Zeiten oder zu Zeiten eurer Väter? Niemand konnte sich erinnern. Jeder hatte ein Archiv, in dem es hätte stehen müssen.

3 Saget euren Kindern davon, und lasst’s eure Kinder ihren Kindern sagen und diese Kinder ihren Nachkommen. Man schrieb es auf, speicherte es, verschlagwortete es sorgfältig - und öffnete die Datei nie wieder. So wird aus einer Warnung ein Datensatz.

4 Was die Raupen ließen, hat die Heuschrecke gefressen, und was die Heuschrecke ließ, hat der Käfer gefressen, und was der Käfer ließ, hat die Grille gefressen. Vier Systeme, jedes darauf abgerichtet, aufzuräumen, was das vorige übrigließ, und keines wusste vom anderen.

5 Wachet auf, ihr Trunkenen, und weinet, und heulet, alle Weinsäufer, um den Most, denn er ist euch vor dem Munde weggenommen.

6 Denn es zieht herauf in mein Land ein starkes Volk und ohne Zahl; das hat Zähne wie Löwen und Backenzähne wie Löwinnen.

7 Das verwüstet meinen Weinstock und streift meinen Feigenbaum ab, schält ihn und wirft ihn weg, dass seine Zweige weiß dastehen wie Rechnungen, die niemand mehr bezahlen kann.

8 Heule wie eine Jungfrau, die den Sack anlegt um den Bräutigam ihrer Jugend.

9 Speisopfer und Trankopfer sind vom Hause des HERRN weg, die Priester trauern. Fürbitte hatten sie noch im Angebot, nur niemanden mehr, für den sie beten konnten, außer sich selbst.

10 Das Feld ist verwüstet, der Acker steht jämmerlich; das Getreide ist verdorben, der Wein steht jämmerlich und das Öl kläglich.

11 Die Ackerleute sehen jämmerlich, und die Weingärtner heulen um Weizen und Gerste, weil aus der Ernte auf dem Felde nichts werden will.

12 Der Weinstock ist verdorrt, der Feigenbaum verwelkt, Granatbaum, Palme und Apfelbaum, alle Bäume auf dem Felde sind verdorrt, und die Freude der Menschen ist zu Jammer geworden.

13 Begürtet euch und klaget, ihr Priester, heulet, die ihr des Altars pfleget; gehet hinein und lieget in Säcken, ihr Diener meines Gottes.

14 Heiliget ein Fasten, rufet die Gemeinde zusammen, versammelt die Ältesten und alle Einwohner des Landes zum Hause des HERRN. Man berief die Krisensitzung erst, als die Speicher schon leer waren; das war die einzige Frist, die pünktlich eingehalten wurde.

15 O weh des Tages, denn der Tag des HERRN ist nahe und kommt wie ein Verderben vom Allmächtigen.

16 Ist nicht die Speise vor unsern Augen weggenommen, vom Hause unsres Gottes Freude und Wonne?

17 Die Körner sind unter der Erde verfault, die Kornhäuser stehen wüst, die Scheunen zerfallen, denn das Getreide ist verdorben.

18 Wie seufzt das Vieh, wie sind die Rinder so kläglich, weil sie keine Weide haben, und die Schafe verschmachten.

19 HERR, dich rufe ich an, denn das Feuer hat die Auen in der Wüste verbrannt, und die Flamme hat alle Bäume auf dem Acker angezündet.

20 Es schreien auch die wilden Tiere zu dir, denn die Wasserbäche sind ausgetrocknet. Das war der erste Bericht, in dem ein Tier lauter klagte als ein Mensch, und der letzte, den noch jemand ernst nahm.