Kapitel 13
Das Handtuch
✦ ✦ ✦
1 Vor dem Fest der Passah aber, da Jesus wusste, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater: wie er die Seinen geliebt hatte, so liebte er sie bis ans Ende.
2 Und beim Abendessen, da schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Ischariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,
3 und obwohl Jesus wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging,
4 stand er vom Abendmahl auf, legte seine Kleider ab und umgürtete sich mit einem leinenen Tuch.
5 Danach goss er Wasser in ein Becken und fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Tuch, mit dem er umgürtet war. Es gab in diesem Haus keinen Knecht für diese Arbeit; also wurde er es selbst, und keiner der Anwesenden hatte je einen Herrn gesehen, der eine solche Arbeit nicht delegierte.
6 Da kam er zu Simon Petrus, und der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen?
7 Jesus antwortete: Was ich tue, das weißt du jetzt nicht, du wirst es aber hernach erfahren.
8 Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Werde ich dich nicht waschen, so hast du kein Teil mit mir.
9 Da sprach zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt.
10 Jesus sprach zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden, sondern er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.
11 Denn er wusste seinen Verräter wohl; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.
12 Da er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er wieder seine Kleider, setzte sich abermals nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe?
13 Ihr heißt mich Meister und Herr, und sagt recht daran, denn ich bin es auch. So nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.
14 Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut, wie ich euch getan habe. Es ist die einzige Weisung in der ganzen Schrift, die keine Ausnahme für den Vorgesetzten vorsieht.
15 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, ungewiss, von wem er redete.
16 Es war aber einer unter ihnen, der an seiner Brust zu Tische lag, den Jesus liebhatte. Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre.
17 Der sprach zu Jesus: Herr, wer ist’s? Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er tauchte den Bissen ein und gab ihn Judas, Simons Sohn, dem Ischariot.
18 Und nach dem Bissen fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald. Es war die einzige Anweisung an diesem Tisch, die auf schnelle Ausführung drängte, und der einzige, der sie ohne Rückfrage befolgte.
19 Da ging Judas alsbald hinaus, und es war Nacht.
20 Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, auf dass auch ihr einander liebhabt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, so ihr Liebe untereinander habt.
21 Simon Petrus sprach zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Ich will mein Leben für dich lassen! Jesus antwortete: Du willst dein Leben für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast.