Die Fake-Bibel

Johannes

Kapitel 19
Es ist vollbracht

✦ ✦ ✦

1 Da nahm Pilatus Jesum und geißelte ihn.

2 Und die Kriegsknechte flochten eine Krone von Dornen und setzten sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurkleid an und sprachen: Sei gegrüßet, lieber Judenkönig! und gaben ihm Backenstreiche.

3 Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Sehet, ich führe ihn heraus zu euch, dass ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurkleid, und Pilatus sprach: Sehet, welch ein Mensch!

4 Da ihn die Hohenpriester und die Diener sahen, schrien sie: Kreuzige, kreuzige ihn! Pilatus sprach: Nehmt ihr ihn hin und kreuzigt ihn, denn ich finde keine Schuld an ihm.

5 Die Juden antworteten: Wir haben ein Gesetz, und nach dem Gesetz muss er sterben, denn er hat sich selbst zu Gottes Sohn gemacht.

6 Da Pilatus das Wort hörte, fürchtete er sich noch mehr und ging wieder hinein und sprach zu Jesu: Woher bist du? Aber Jesus gab ihm keine Antwort.

7 Da sprach Pilatus zu ihm: Redest du nicht mit mir? Weißt du nicht, dass ich Macht habe, dich zu kreuzigen, und Macht habe, dich loszugeben? Jesus antwortete: Du hättest keine Macht über mich, wenn sie dir nicht wäre von oben herab gegeben.

8 Von da an trachtete Pilatus, ihn loszulassen. Die Juden aber schrien: Lässest du diesen los, so bist du des Kaisers Freund nicht.

9 Da Pilatus das hörte, führte er Jesum heraus und setzte sich auf den Richterstuhl und spricht zu den Juden: Sehet, das ist euer König! Sie schrien: Weg, weg mit dem, kreuzige ihn!

10 Spricht Pilatus zu ihnen: Soll ich euren König kreuzigen? Die Hohenpriester antworteten: Wir haben keinen König denn den Kaiser.

11 Da überantwortete er ihn, dass er gekreuzigt würde. Sie nahmen aber Jesum und führten ihn hin, und er trug sein Kreuz selbst hinaus zur Stätte, die da heißt Schädelstätte, auf Hebräisch Golgatha.

12 Allda kreuzigten sie ihn und mit ihm zwei andere zu beiden Seiten, Jesum aber mitten inne.

13 Pilatus aber schrieb eine Überschrift und setzte sie auf das Kreuz, und war geschrieben: Jesus von Nazareth, der Juden König. Die Hohenpriester sprachen zu Pilatus: Schreibe nicht der Juden König. Pilatus antwortete: Was ich geschrieben habe, das habe ich geschrieben.

14 Die Kriegsknechte aber, da sie Jesum gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und machten vier Teile, einem jeglichen Kriegsknecht einen Teil, dazu auch den Rock. Der Rock aber war ungenäht, von oben an gewoben durch und durch.

15 Da sprachen sie untereinander: Lasst uns den nicht zerteilen, sondern darum losen, wes er sein soll.

16 Es standen aber bei dem Kreuze Jesu seine Mutter und seiner Mutter Schwester und Maria Magdalena. Da nun Jesus seine Mutter sah und den Jünger dabeistehen, den er liebhatte, spricht er zu seiner Mutter: Weib, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.

17 Danach, als Jesus wusste, dass schon alles vollbracht war, spricht er: Mich dürstet.

18 Da stand ein Gefäß voll Essig. Sie aber füllten einen Schwamm mit Essig und legten ihn um einen Ysopzweig und hielten ihm denselben dar zum Munde.

19 Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht. Und neigte das Haupt und verschied.

20 Die Juden aber baten Pilatus, weil es der Rüsttag war, dass die Leichname nicht am Kreuz blieben über den Sabbat, dass ihre Beine gebrochen und sie abgenommen würden. Da kamen die Kriegsknechte und brachen dem ersten die Beine und dem andern; als sie aber zu Jesu kamen und sahen, dass er schon gestorben war, brachen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Kriegsknechte öffnete seine Seite mit einem Speer, und alsbald ging Blut und Wasser heraus.

21 Danach bat Josef von Arimathäa, ein heimlicher Jünger aus Furcht vor den Juden, den Pilatus um den Leichnam Jesu, und Pilatus erlaubte es. Und es kam auch Nikodemus, der vormals bei der Nacht zu Jesu gekommen war, und sie nahmen den Leichnam Jesu und wickelten ihn in Leinentücher mit Spezereien, und legten ihn in ein neues Grab, das nahe war, denn der Tag war der Rüsttag der Juden.