Kapitel 15
Die Quellen obenauf
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1 Das Los des Stammes der Kinder Juda nach ihren Geschlechtern reichte an die Grenze Edoms, an die Wüste Zin gegen Mittag, den äußersten Süden.
2 Die Grenze zog sich vom Ende des Salzmeeres, von der Zunge, die gegen Mittag reicht, und lief hinaus bis an den Bach Ägyptens und endete am Meer. Es folgten Ort um Ort, wie es in diesem Buch üblich geworden ist.
3 Und Kaleb, der Sohn Jephunnes, vertrieb von dort die drei Söhne Enaks: Sesai, Ahiman und Talmai, die Kinder Enaks.
4 Von dort zog er hinauf gegen die Einwohner von Debir, das vorzeiten Kirjat-Sepher hieß.
5 Und Kaleb sprach: Wer Kirjat-Sepher schlägt und gewinnt, dem will ich meine Tochter Achsa zum Weibe geben. Ein Preisausschreiben mitten im Feldzug, und der Preis war ein Mensch.
6 Da gewann es Othniel, der Sohn des Kenas, Kalebs jüngerer Bruder. Und er gab ihm seine Tochter Achsa zum Weibe.
7 Und es begab sich, als sie einzog, dass sie ihn überredete, einen Acker von ihrem Vater zu fordern, und sie stieg vom Esel. Da sprach Kaleb zu ihr: Was willst du?
8 Sie sprach: Gib mir einen Segen. Denn du hast mir ein dürres Land gegeben, so gib mir auch die Wasserquellen. Da gab er ihr die oberen und die unteren Quellen.
9 Man beachte, worum sie tatsächlich bat. Nicht um mehr Land, nicht um einen Titel, nicht um einen Sitz beim Fest. Um Wasser. Alles Übrige war ohne dieses ohnehin nur Aussicht.
10 Es ist die stillste Pointe des ganzen Kapitels: Von einer ganzen Landverteilung mit Königen, Riesen und Feldzügen bleibt am Ende ein einziger konkreter Wunsch übrig, den ein Vater seiner Tochter nicht abschlagen konnte, und er betraf keine Grenze, sondern einen Brunnen.
11 Dies ist nun das Erbteil des Stammes der Kinder Juda nach ihren Geschlechtern: Städte, an die vierzig, mit ihren Dörfern, gegen die Grenze der Kinder Edom hin.
12 Aber die Jebusiter, die zu Jerusalem wohnten, konnten die Kinder Juda nicht vertreiben, und die Jebusiter wohnten bei den Kindern Juda zu Jerusalem bis auf diesen Tag.
13 So endete die Eroberung dort, wo später die Hauptstadt stehen sollte, mit einem Satz, den man in keiner Festrede gern zitiert: Sie konnten nicht. Es blieb einfach stehen, wer schon da war.