Die Fake-Bibel

Lukas

Kapitel 21
Zwei Scherflein und ein Überschuss

✦ ✦ ✦

1 Er sah aber auf und schaute die Reichen, wie sie ihre Opfer einlegten in den Gotteskasten.

2 Er sah aber auch eine arme Witwe, die legte zwei Scherflein ein.

3 Und er sprach: Wahrlich, ich sage euch: Diese arme Witwe hat mehr denn sie alle eingelegt.

4 Denn sie alle haben aus ihrem Überfluss eingelegt zu dem Opfer Gottes; diese aber hat von ihrer Armut alle ihre Nahrung, die sie hatte, eingelegt. Man kann Großzügigkeit nicht an der Summe ablesen, nur daran, was von einem übrig bleibt, nachdem man gegeben hat, und bei ihr blieb nichts.

5 Und da etliche sagten von dem Tempel, dass er geschmückt wäre mit feinen Steinen und Kleinoden, sprach er:

6 Es wird die Zeit kommen, in welcher von dem allem, was ihr sehet, nicht ein Stein auf dem andern gelassen wird, der nicht zerbrochen werde.

7 Sie fragten ihn aber und sprachen: Meister, wann soll das werden? Und was wird das Zeichen sein, wann sich’s damit will beginnen?

8 Er aber sprach: Sehet zu, lasset euch nicht verführen. Denn viele werden kommen in meinem Namen und sagen: Ich bin Christus, und die Zeit ist herbeigekommen. Folget ihnen nicht nach.

9 Wenn ihr aber hören werdet von Kriegen und Empörungen, so entsetzet euch nicht. Denn solches muss zuvor geschehen; aber das Ende ist noch nicht so bald da.

10 Da sprach er zu ihnen: Ein Volk wird sich erheben wider das andere, und ein Reich wider das andere.

11 Und es werden geschehen große Erdbeben hin und wieder, teure Zeit und Pestilenz; auch werden sich Schrecknisse und große Zeichen am Himmel zeigen. Er zählte Vorzeichen auf, keine Termine; die Terminplaner sind es, die aus jedem Vorzeichen einen Termin machen, weil eine Rechnung sich besser verkauft als ein offenes Ende.

12 Aber vor diesem allem werden sie die Hände an euch legen und euch verfolgen und überantworten in die Schulen und Gefängnisse und vor Könige und Fürsten führen um meines Namens willen.

13 Das wird euch aber widerfahren zu einem Zeugnis. So nehmet nun das zu Herzen, dass ihr nicht sorget, wie ihr euch verantworten sollt.

14 Denn ich will euch Mund und Weisheit geben, welcher nicht sollen widersprechen können noch widerstehen alle eure Widersacher.

15 Ihr werdet aber verraten werden von Eltern, Brüdern, Gefreundeten und Freunden; und sie werden euer etliche töten.

16 Und ihr werdet gehasst sein von jedermann um meines Namens willen. Und ein Haar von eurem Haupte soll nicht umkommen. Fasset eure Seelen mit Geduld.

17 Wenn ihr aber sehen werdet Jerusalem belagert mit einem Heer, so merket, dass herbeigekommen ist seine Verwüstung.

18 Alsdann, wer in Judäa ist, der fliehe auf die Berge, und wer drinnen ist, der weiche heraus, und wer auf dem Lande ist, der komme nicht hinein.

19 Denn das sind die Tage der Rache, dass erfüllet werde alles, was geschrieben ist.

20 Und es werden Zeichen geschehen an der Sonne und dem Mond und den Sternen, und auf Erden wird den Leuten bange sein, und sie werden zagen, und das Meer und die Wasserwogen werden brausen.

21 Und die Menschen werden verschmachten vor Furcht und vor Warten der Dinge, die kommen sollen auf Erden; denn auch der Himmel Kräfte werden sich bewegen.

22 Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in der Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, so sehet auf und erhebet eure Häupter, darum dass sich eure Erlösung naht.

23 Sehet euch vor, dass eure Herzen nicht beschwert werden mit Fressen und Saufen und mit Sorgen der Nahrung, und komme dieser Tag schnell über euch. Wachet nun und betet allezeit, dass ihr würdig werden möchtet, zu entfliehen diesem allem, das geschehen soll, und zu stehen vor des Menschen Sohn.