Die Fake-Bibel

Lukas

Kapitel 4
Drei Angebote

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1 Jesus aber, voll des Heiligen Geistes, kam wieder von dem Jordan und ward vom Geist in die Wüste geführt und ward vierzig Tage lang von dem Teufel versucht. Und er aß nichts in denselben Tagen, und da sie ein Ende hatten, hungerte ihn.

2 Der Teufel aber sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so sprich zu dem Stein, dass er Brot werde. Und Jesus antwortete ihm: Es steht geschrieben: Der Mensch lebt nicht allein vom Brot, sondern von einem jeglichen Wort Gottes. Es war das erste von drei Angeboten, und alle drei liefen auf dasselbe hinaus: Nimm die Abkürzung.

3 Und der Teufel führte ihn auf einen hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt in einem Augenblick und sprach zu ihm: Alle diese Macht will ich dir geben und ihre Herrlichkeit, denn sie ist mir übergeben, und ich gebe sie, welchem ich will. So du nun mich anbetest, so soll es alles dein sein.

4 Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen. Man beachte, wie beiläufig der Teufel behauptet, alle Reiche der Welt gehörten ihm. Widersprochen hat ihm in diesem Kapitel niemand außer Jesus.

5 Und er führte ihn gen Jerusalem und stellte ihn auf des Tempels Zinne und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so lass dich von hinnen hinunter, denn es steht geschrieben: Er wird befehlen seinen Engeln von dir, dass sie dich bewahren, und sie werden dich auf den Händen tragen, auf dass du deinen Fuß nicht an einen Stein stoßest.

6 Jesus antwortete und sprach zu ihm: Es ist gesagt: Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen. Der dritte Vorschlag war der ehrlichste: ein Sturz von großer Höhe, überstanden vor versammeltem Volk, wäre der schnellste Weg zu jeder Anhängerschaft gewesen. Er lehnte ihn ab wie die beiden anderen.

7 Und da der Teufel alle Versuchung vollendet hatte, wich er von ihm eine Zeit lang. Und Jesus kam wieder in des Geistes Kraft nach Galiläa, und das Gerücht erscholl von ihm durch alle umliegenden Orte.

8 Und er lehrte in ihren Schulen und ward von jedermann gepriesen. Und er kam gen Nazareth, da er erzogen war, und ging in die Schule nach seiner Gewohnheit am Sabbattage und stand auf und wollte lesen.

9 Da ward ihm das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und da er das Buch auftat, fand er den Ort, da geschrieben steht: Der Geist des Herrn ist bei mir, darum dass er mich gesalbt hat, den Armen das Evangelium zu predigen.

10 Er hat mich gesandt, zu heilen, die zerbrochenen Herzens sind, zu predigen den Gefangenen, dass sie los sein sollen, und den Blinden das Gesicht, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, und zu predigen das angenehme Jahr des Herrn.

11 Und er tat das Buch zu und gab’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen, die in der Schule waren, sahen auf ihn. Und er fing an zu sagen zu ihnen: Heute ist diese Schrift erfüllet vor euren Ohren.

12 Und sie gaben alle Zeugnis von ihm und wunderten sich der holdseligen Worte, die aus seinem Munde gingen, und sprachen: Ist das nicht Josephs Sohn? Es dauerte, wie so oft in kleinen Städten, genau einen Satz, bis aus dem Staunen ein Vorbehalt wurde.

13 Und er sprach zu ihnen: Ihr werdet freilich zu mir sagen: Arzt, hilf dir selber; wie große Dinge haben wir gehört, zu Kapernaum geschehen, tue also auch hier, in deiner Vaterstadt. Wahrlich, ich sage euch: Kein Prophet ist angenehm in seinem Vaterlande.

14 Und in der Wahrheit sage ich euch: Viele Witwen waren in Israel zu Elias Zeiten, und doch ward Elia zu keiner gesandt als allein gen Sarepta zu einer Witwe aus Sidon. Und viel Aussätzige waren in Israel zu des Propheten Elisa Zeiten, und keiner ward gereinigt als allein Naeman aus Syrien.

15 Und da sie das hörten, wurden alle voll Zorns in der Schule und standen auf und stießen ihn zur Stadt hinaus und führten ihn auf einen Hügel, auf welchem ihre Stadt gebaut war, dass sie ihn hinabstürzten. Aus der eigenen Nachbarschaft kam die erste Mordabsicht, nicht von einem Amt, nicht von einem auswärtigen Feind.

16 Aber er ging mitten durch sie hinweg und kam gen Kapernaum, in eine Stadt Galiläas, und lehrte sie am Sabbat. Und sie entsetzten sich über seine Lehre, denn seine Rede war gewaltig.

17 Und in der Schule war ein Mensch, besessen mit einem unsauberen Teufel, der schrie laut und sprach: Halt, was haben wir mit dir zu schaffen, Jesus von Nazareth? Und Jesus bedrohte ihn und sprach: Verstumme und fahre aus von ihm! Und der Teufel warf ihn mitten unter sie und fuhr von ihm aus und tat ihm keinen Schaden.

18 Und er stand auf aus der Schule und kam in Simons Haus. Und Simons Schwiegermutter war mit einem harten Fieber behaftet, und sie baten ihn für sie. Und er trat zu ihr und bedrohte das Fieber, und es verließ sie. Und sie stand alsbald auf und diente ihnen.

19 Und da die Sonne untergegangen war, brachten alle, die Kranke hatten mit mancherlei Seuchen, sie zu ihm. Und er legte auf einen jeglichen die Hände und machte sie gesund. Er ging dann früh an einen wüsten Ort, und das Volk suchte ihn und wollte ihn aufhalten, dass er nicht von ihnen ginge. Er aber sprach: Ich muss auch andern Städten das Evangelium predigen vom Reich Gottes, denn dazu bin ich gesandt.