Kapitel 1
Die Türen zuschlagen
✦ ✦ ✦
1 Dies ist die Last, die des HERRN Wort an Israel richtet durch Maleachi.
2 Ich habe euch lieb, spricht der HERR. Ihr aber sprecht: Woran erweist sich, dass du uns liebhast? Ist nicht Esau Jakobs Bruder gewesen? spricht der HERR, und doch habe ich Jakob geliebt
3 und Esau gehasst und habe sein Gebirge öde gemacht und sein Erbe den Schakalen der Wüste.
4 Und wenn Edom spricht: Wir sind zerschlagen, aber wir wollen das Verwüstete wieder bauen - so spricht der HERR Zebaoth: Sie sollen bauen, aber ich will abbrechen. Man wird sie nennen: Land der Bosheit, ein Volk, über das der HERR ewiglich zürnt.
5 Das sollen eure Augen sehen, und ihr werdet sagen: Der HERR ist herrlich über die Grenzen Israels hinaus.
6 Ein Sohn soll seinen Vater ehren und ein Knecht seinen Herrn. Bin ich nun Vater, wo ist meine Ehre? Bin ich Herr, wo fürchtet man mich? spricht der HERR Zebaoth zu euch Priestern, die ihr meinen Namen verachtet. Ihr aber sprecht: Womit verachten wir deinen Namen?
7 Damit, dass ihr unreines Brot opfert auf meinem Altar. Ihr sprecht: Womit machen wir dich unrein? Damit, dass ihr sagt, des HERRN Tisch sei verächtlich.
8 Wenn ihr ein blindes Tier opfert, ist das nicht böse? Und wenn ihr ein lahmes oder krankes opfert, ist das nicht böse? Bring das doch deinem Statthalter - meinst du, er werde es freundlich annehmen von dir? spricht der HERR Zebaoth.
9 Man schickte, was ohnehin niemand mehr wollte, das hinkende Tier, das kränkelnde, das man auf dem eigenen Hof nicht mehr durchfüttern mochte, und nannte es eine Gabe. Es war die günstigste Form der Frömmigkeit, die je erfunden wurde: alles abgeben, was schon nichts mehr wert war, und dafür die volle Anerkennung erwarten.
10 Wollte doch einer unter euch die Türen zuschließen, damit ihr nicht umsonst auf meinem Altar Feuer anzündet! Ich habe kein Gefallen an euch, spricht der HERR Zebaoth, und das Opfer von eurer Hand ist mir nicht angenehm.
11 Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang soll mein Name herrlich werden unter den Heiden, und an allen Orten soll meinem Namen geräuchert und ein reines Opfer dargebracht werden; denn mein Name soll herrlich werden unter den Heiden, spricht der HERR Zebaoth.
12 Ihr aber entheiligt ihn damit, dass ihr sagt, des HERRN Tisch sei unrein, und was dabei abfällt, sei verächtliche Speise.
13 Und ihr sprecht: Siehe, welche Mühe! und schnaubt darüber, spricht der HERR Zebaoth, und bringt herzu, was geraubt, lahm und krank ist, und bringt es dar als Opfer. Sollte mir solches gefallen von eurer Hand? spricht der HERR.
14 Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein männliches Tier hat, es gelobt und dann dem HERRN ein untaugliches opfert. Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR Zebaoth, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden.