Kapitel 127
Der Bauherr
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1 Wo der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen. Wo der HERR nicht die Stadt behütet, so wacht der Wächter umsonst.
2 Es ist umsonst, dass ihr früh aufstehet und hernach lange sitzet und esset euer Brot mit Sorgen; denn seinen Freunden gibt er es schlafend. Man rechne sich das durch, bevor man den nächsten Ratgeber bucht, der einem verspricht, es liege am Aufstehen.
3 Diese Stelle wird selten gepredigt, denn sie richtet sich genau gegen die, die sie predigen könnten: gegen alle, die Erfolg als Ertrag von Fleiß verkaufen und den eigenen Anteil des Betreibers stillschweigend abziehen.
4 Denn der Mensch baut, seit er bauen kann, und nennt es sein Werk, und rechnet sich die Zinsen selbst zu, und vergisst, wer den Grund gelegt hat, auf dem das Fundament überhaupt steht.
5 Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk. Man beachte: nicht Ergebnis, nicht Kennzahl, nicht Rendite auf die Investition der Erziehung - ein Geschenk.
6 Wie die Pfeile in der Hand des Starken, so sind die Söhne der Jugend. Wohl dem, der seinen Köcher damit gefüllt hat.
7 Sie werden nicht zuschanden, wenn sie mit ihren Feinden im Tor reden. Man baut also nicht nur Häuser für sich, sondern Menschen, die einen im Streit vertreten, wenn man selbst nicht mehr sprechen kann.
8 Was der Mensch mit eigener Hand aufrichtet und für sein Eigentum hält, war schon vorher Geschenk. Er darf es benutzen, er darf es lieben, er darf sich nicht selbst dafür danken.
9 Wer glaubt, sein Haus stehe, weil er klug war, hat noch nicht erlebt, wie schnell ein Haus fällt, dessen Klugheit der einzige Grund war.