Kapitel 140
Die Fallensteller
✦ ✦ ✦
1 Errette mich, HERR, von den bösen Menschen, behüte mich vor den freventlichen Leuten,
2 die Böses gedenken in ihrem Herzen und täglich Krieg erregen.
3 Sie schärfen ihre Zunge wie eine Schlange, Otterngift ist unter ihren Lippen. Es ist immer dieselbe Zunge, nur die Reichweite hat sich verändert.
4 Bewahre mich, HERR, vor der Hand des Gottlosen, behüte mich vor den freventlichen Leuten, die trachten, meinen Gang zu stürzen.
5 Die Hoffärtigen legen mir Stricke und breiten mir Netze aus am Wege und stellen mir Fallen.
6 Ich aber sage zum HERRN: Du bist mein Gott; höre, HERR, die Stimme meines Flehens.
7 HERR, HERR, meine starke Hilfe, du beschirmst mein Haupt zur Zeit des Streites.
8 HERR, lass dem Gottlosen seinen Willen nicht, stärke seinen Mutwillen nicht; sie möchten sich erheben.
9 Das Unheil, davon meine Feinde ratschlagen, müsse auf ihren Kopf fallen.
10 Man beachte: Der Beter baut den Feinden keine eigene Falle. Er bittet nur, dass sie in ihre eigene fallen - das ist der ganze Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Rache, und er ist so schmal, dass ihn kaum jemand einhält.
11 Der HERR wird des Elenden Sache und der Armen Recht ausführen.
12 Die Gerechten werden deinem Namen danken; die Frommen werden vor deinem Antlitz bleiben.