Die Fake-Bibel

Richter

Kapitel 3
Der Staatsbesuch

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1 Und die Kinder Israel schrien zum HERRN, denn Kuschan-Rischathaim, der König von Mesopotamien, hatte sie acht Jahre lang unterjocht. Da erweckte der HERR ihnen einen Retter, Othniel, den Sohn Kenas’, Kalebs jüngeren Bruder, und der Geist des HERRN kam über ihn.

2 Und er richtete Israel und zog aus zum Streit, und der HERR gab Kuschan-Rischathaim in seine Hand. Da hatte das Land Ruhe vierzig Jahre. Es war die kürzeste Amtszeit des ganzen Buches und zugleich die einzige, über die niemand etwas zu klagen fand.

3 Und die Kinder Israel taten fürder übel vor dem HERRN. Da stärkte der HERR den Eglon, den König der Moabiter, wider Israel, und er schlug sie und nahm die Palmenstadt ein, und die Kinder Israel dienten ihm achtzehn Jahre.

4 Der Tribut wurde jährlich neu verkündet und nie neu bestritten; er lief automatisch weiter, wie abgemachte Zahlungen laufen, solange niemand widerspricht.

5 Eglon aber war ein sehr fetter Mann. Die Schrift erwähnt das nicht aus Bosheit, sondern weil es gleich von Bedeutung sein wird.

6 Da schrien die Kinder Israel zum HERRN, und der HERR erweckte ihnen einen Retter, Ehud, den Sohn Geras, einen Benjaminiten, einen Mann, der links war. Und die Kinder Israel sandten durch ihn Geschenk dem Eglon, dem König der Moabiter, wie es sich für einen Tributpflichtigen ziemte.

7 Ehud aber machte sich ein zweischneidiges Schwert, eine Elle lang, und gürtete es unter seinem Kleid an seine rechte Hüfte. Ein Leibwächter, der nur die linke Seite abtastet, findet an der rechten nichts, und das ist der ganze Trick, auf dem dieses Kapitel beruht.

8 Und er brachte das Geschenk dem Eglon, dem König der Moabiter; Eglon aber war ein sehr fetter Mann. Und da er das Geschenk überreicht hatte, entließ er das Volk, das die Last getragen hatte.

9 Er selbst aber kehrte um von den Götzenbildern bei Gilgal und sprach: Ich habe eine heimliche Sache an dich, o König. Er sprach: Schweig! Da gingen alle hinaus, die um ihn her standen.

10 Und Ehud kam zu ihm hinein, da er in der kühlen Sommerlaube saß, die er für sich allein hatte, und sprach: Ich habe Gottes Wort an dich. Da stand er auf von seinem Stuhl.

11 Er stand auf, weil man vor einer göttlichen Botschaft aufsteht - das war die letzte Höflichkeit, die ihm noch geblieben war, und sie kostete ihn das Leben.

12 Da streckte Ehud seine linke Hand aus und nahm das Schwert von seiner rechten Hüfte und stieß es ihm in seinen Bauch, dass auch das Heft der Klinge folgte und das Fett das Heft verschloss, denn er zog das Schwert nicht wieder aus seinem Bauch, und es ging der Unrat von ihm.

13 Ehud aber ging zur Tür hinaus und verschloss die Tür der Laube hinter sich.

14 Als er hinausgegangen war, kamen die Knechte, und sie sahen, dass die Türen der Laube verschlossen waren, und sprachen: Er verrichtet wohl seine Notdurft in der kühlen Kammer. Und sie warteten, bis es ihnen zu lange währte, und sahen, siehe, ihr Herr lag tot auf der Erde.

15 Eine Verwaltung, die den König so lange nicht vermisst, wie er nur lange genug hinter verschlossener Tür bleibt, hat ein Problem, das größer ist als der Mörder.

16 Ehud aber war entronnen, während sie zögerten, und blies die Posaune auf dem Gebirge Ephraim, und die Kinder Israel zogen mit ihm herab vom Gebirge, und er vor ihnen her.

17 Und sie besetzten die Furten des Jordan gegen Moab und ließen niemand hinüber und schlugen die Moabiter zu der Zeit, bei zehntausend Mann, allzumal die Stärksten und alle streitbaren Männer, dass nicht einer entrann.

18 Also ward Moab zu der Zeit gedemütigt unter die Hand Israels. Und das Land hatte Ruhe achtzig Jahre.

19 Nach ihm war Samgar, der Sohn Anaths; der schlug sechshundert Philister mit einem Ochsenstecken, und auch er errettete Israel. Er brauchte kein Schwert und keinen Boten und keine geheime Sache; er hatte nur das Werkzeug, mit dem er ohnehin jeden Tag arbeitete.