Kapitel 1
Die ignorierte Warnung
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1 Sprüche Salomos, des Sohnes Davids, des Königs von Israel, aufgeschrieben, damit man Weisheit und Zucht lerne und verständige Worte verstehe.
2 Damit man Klugheit annehme, Gerechtigkeit, Recht und Redlichkeit, und die Unerfahrenen witzig werden, die Jungen mit Erkenntnis und Besonnenheit.
3 Wer weise ist, der höre und werde noch weiser, und wer verständig ist, der lasse sich raten. Diese Sätze stehen seit dreitausend Jahren am Anfang des Buches, und noch nie hat jemand sie zuerst gelesen.
4 Die Furcht des HERRN ist der Anfang der Erkenntnis. Die Toren aber verachten Weisheit und Zucht - heute lesen sie stattdessen die Zusammenfassung.
5 Höre, mein Sohn, die Zucht deines Vaters und verlass nicht die Weisung deiner Mutter, denn das ist ein schöner Schmuck deinem Haupt und eine Kette deinem Halse.
6 Mein Sohn, wenn dich böse Buben locken wollen, so folge nicht. Sie werden sagen: Komm mit uns, wir wollen auf Blut lauern und den Unschuldigen ohne Ursache nachstellen.
7 Wir wollen sie lebendig verschlingen wie die Hölle, und die Frommen wie die, so hinunter in die Grube fahren. Wir wollen große Güter finden, wir wollen unsre Häuser mit Raube füllen.
8 Wage es mit uns, es soll unser aller ein Beutel sein - so klingt jedes Schneeballsystem, das je einen Anfänger geworben hat, und der Anfänger hört immer nur den ersten Satz.
9 Mein Sohn, geh den Weg nicht mit ihnen, halte deinen Fuß von ihrem Pfad, denn ihre Füße laufen zum Bösen, und sie eilen, Blut zu vergießen.
10 Denn es ist vergeblich, das Netz auswerfen vor den Augen der Vögel. Sie aber lauern auf ihr eigen Blut und stellen sich selbst nach dem Leben. So geht es allen, die auf Kosten anderer schnell reich werden wollen: Das Auszahlungssystem, dem sie vertrauen, ist am Ende immer nur der Nächste in der Kette, und irgendwann sind sie selbst der Letzte.
11 Die Weisheit klagt draußen und lässt ihre Stimme hören auf den Gassen. Sie ruft in dem Eingang unter der Pforte, in der Stadt lässt sie ihre Rede hören.
12 Wie lange wollt ihr Unverständigen unverständig sein und die Spötter Lust zu Spötterei haben und die Toren die Lehre hassen? Kehret euch zu meiner Strafe. Siehe, ich will euch heraussagen meinen Geist und euch meine Worte kundtun.
13 Es war die erste öffentliche Warnmeldung der Weltgeschichte, kostenlos, gut lesbar, an jeder Straßenecke wiederholt. Man hätte sie nicht überhören können, wenn man sie hätte hören wollen.
14 Weil ich denn rufe, und ihr weigert euch, ich meine Hand ausstrecke, und niemand achtet darauf, und ihr fahret hin an allem meinem Rat und wollt meine Strafe nicht:
15 So will auch ich lachen in eurem Unfall und euer spotten, wenn da kommt, das ihr fürchtet, wenn über euch kommt wie ein Sturm, das ihr fürchtet.
16 Dann werden sie mich rufen, aber ich werde nicht antworten; sie werden mich suchen und nicht finden. Auch die beste Auswertung nützt nichts, wenn man sie erst abfragt, nachdem man den Absturz schon eingeleitet hat.
17 Wer aber mir gehorchet, wird sicher bleiben und genug haben und kein Unglück fürchten.