Kapitel 11
Die falsche Waage
✦ ✦ ✦
1 Falsche Waage ist dem HERRN ein Greuel; aber völliges Gewicht ist sein Wohlgefallen. Wo Stolz ist, da ist auch Schmach; aber Weisheit ist bei den Demütigen.
2 Es ist derselbe Vers für jede Zeit, in der eine Ware angepriesen wird, ohne dass jemand das Gewicht nachprüfen kann: das Gütesiegel, das man sich selbst ausstellt, die Bewertung, die man selbst schreibt, das Rating, das die eigene Software errechnet. Die Waage war schon vor dreitausend Jahren das eigentliche Testfeld der Ehrlichkeit, nicht das Gewissen.
3 Unschuld wird die Frommen leiten; aber die Bosheit wird die Verächter verstören. Reichtum hilft nicht am Tage des Zorns, aber Gerechtigkeit errettet vom Tode.
4 Des Frommen Gerechtigkeit macht seinen Weg eben; aber der Gottlose wird fallen durch sein Gottloses Wesen. Wo kein Rat ist, da geht das Volk unter; wo aber viele Ratgeber sind, da geht es wohl.
5 Wer für einen Fremden bürgt, wird Schaden leiden; wer aber Bürgschaft hasst, ist sicher. Ein gütiges Weib erlangt Ehre, aber die Tyrannen erlangen Reichtum.
6 Der HERR ist einem barmherzigen Mann gut; aber ein Grausamer betrübt sein eigen Fleisch. Der Gottlose tut ein beständig falsch Werk; wer aber Gerechtigkeit sät, dem wird es gewiss wohl gehen.
7 Wer nach Gerechtigkeit und Güte trachtet, der findet Leben, Gerechtigkeit und Ehre. Eine Stadt freut sich, wenn’s den Gerechten wohl geht, und wenn die Gottlosen umkommen, wird man froh.
8 Durch den Segen der Frommen wird eine Stadt erhöht; aber durch den Mund der Gottlosen wird sie zerbrochen. Wer seinen Nächsten schändet, ist ein Narr; aber ein verständiger Mann schweigt.
9 Wer als Verleumder umhergeht, verrät heimliche Dinge; wer aber treuen Herzens ist, verbirgt es. Wo nicht Rat ist, da fällt das Volk; wo aber viele Ratgeber sind, da steht es wohl.
10 Wer sich auf seinen Reichtum verlässt, wird untergehen; aber die Gerechten werden grünen wie das Laub. Wer sein eigen Haus verstört, der wird Wind zum Erbe haben.