Die Fake-Bibel

1. Samuel

Kapitel 21
Die Notlüge

✦ ✦ ✦

1 Und David kam gen Nob zu dem Priester Ahimelech; und Ahimelech entsetzte sich, da er David entgegenging, und sprach zu ihm: Warum kommst du allein und ist kein Mann mit dir?

2 David sprach zu dem Priester Ahimelech: Der König hat mir eine Sache befohlen und sprach zu mir: Lass niemand wissen, warum ich dich gesandt habe; meine Knaben habe ich an einen bestimmten Ort bestellt.

3 Es war eine glatte Auskunft, die niemanden anlog, den man später als Zeugen laden würde - nur den Priester, der gerade vor ihm stand, und der hatte kein Recht auf eine zweite Meinung.

4 So gib mir nun, was du unter deiner Hand hast, fünf Brote oder was vorhanden ist. Der Priester aber antwortete David und sprach: Ich habe kein gemeines Brot unter meiner Hand, sondern heiliges Brot, wenn sich die Knaben nur von Weibern enthalten haben.

5 David antwortete: Es sind uns die Weiber verwehrt gewesen wie immer, wenn ich auszog, und der Männer Gefäße waren heilig; wie viel mehr wird heute ihr Gefäß heilig sein.

6 Da gab ihm der Priester des heiligen Brots, denn es war kein anderes da als die Schaubrote, die man vor dem HERRN weggenommen hatte, um frisches Brot aufzulegen an dem Tage, da man jene wegnahm.

7 Es war aber an demselben Tage ein Mann von den Knechten Sauls droben, aufgehalten vor dem HERRN, mit Namen Doeg, ein Edomiter, der Oberste der Hirten Sauls, und er sah, was er sah, und schwieg fürs Erste.

8 Und David sprach zu Ahimelech: Ist nicht ein Spieß oder Schwert hier unter deiner Hand? Ich habe mein Schwert und meine Waffen nicht mit mir genommen, denn des Königs Sache erforderte Eile.

9 Der Priester sprach: Das Schwert des Philisters Goliath, den du erschlugst im Eichgrund, siehe, das ist hier, in ein Tuch gewickelt, hinter dem Leibrock; willst du das nehmen, so nimm’s, denn hier ist kein anderes. David sprach: Es ist keines wie das, gib mir’s.

10 Der Mann, der mit einem Stein und einer Schleuder gegen den Riesen gezogen war, verließ Nob mit dem eigenen Schwert des Riesen im Gepäck - die einzige Rüstung, die dieses Buch je gutheißt, weil sie einem Toten gehörte, der sie nicht mehr brauchte.

11 Und David machte sich auf und floh an demselben Tage vor Saul und kam zu Achis, dem König zu Gath.

12 Aber die Knechte des Achis sprachen zu ihm: Ist das nicht David, der König des Landes? Sang man nicht von ihm im Reigen: Saul hat tausend geschlagen, David aber zehntausend?

13 Und David nahm diese Worte zu Herzen und fürchtete sich sehr vor Achis, dem König zu Gath.

14 Und er verstellte seinen Verstand vor ihnen und tobte unter ihren Händen und kratzte an den Türen des Tores und ließ seinen Speichel in seinen Bart fließen.

15 Da sprach Achis zu seinen Knechten: Siehe, ihr seht, dass der Mann von Sinnen ist; warum habt ihr ihn zu mir gebracht? Habe ich zu wenig Unsinnige, dass ihr diesen bringt, seinen Unsinn vor mir zu treiben? Sollte der in mein Haus kommen?