Kapitel 2
Ohne Spesenabrechnung
✦ ✦ ✦
1 Denn auch ihr wisset, liebe Brüder, von unserm Eingang zu euch, dass er nicht vergeblich gewesen ist.
2 Sondern, ob wir gleich zuvor gelitten hatten und geschmäht gewesen waren zu Philippi, wie ihr wisset, waren wir freudig in unserm Gott, bei euch zu sagen das Evangelium Gottes mit großen Kämpfen.
3 Denn unsere Ermahnung ist nicht gewesen aus Irrtum noch aus Unreinigkeit noch mit List, sondern wie wir von Gott bewährt sind, dass uns das Evangelium vertraut ist zu predigen, also reden wir, nicht, als wollten wir den Menschen gefallen, sondern Gott, der unser Herz prüft.
4 Denn wir sind nie mit Schmeichelworten umgegangen, wie ihr wisset, noch mit verstecktem Geiz - Gott ist des Zeuge. Kein Trinkgeld, kein Vorschuss, keine Spesenabrechnung an die Gemeinde ist je aufgetaucht, in der unter „Sonstiges” etwas versteckt gewesen wäre.
5 Wir haben auch nicht Ehre gesucht von den Leuten, weder von euch noch von andern, obwohl wir es als Apostel Christi hätten dürfen.
6 Sondern wir sind mütterlich gewesen bei euch, gleichwie eine Amme ihr Kind pflegt, und hatten Herzenslust an euch und waren willig, euch mitzuteilen nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser Leben, darum dass wir euch liebgewonnen hatten.
7 Ihr seid wohl eingedenk, liebe Brüder, unsrer Arbeit und unsrer Mühe. Denn Tag und Nacht arbeiteten wir, dass wir niemand unter euch beschwerlich wären, und predigten unter euch das Evangelium Gottes. Ein Handwerk am Tag, ein Evangelium am Abend, und niemand, der von diesem Doppelleben je einen Cent verlangt hätte.
8 Des sind ihr Zeugen und Gott, wie heilig und gerecht und unsträflich wir bei euch, die ihr gläubig waret, gewesen sind - wie ein Vater seine Kinder, einen jeglichen unter euch ermahnt und getröstet.
9 Und bezeugt haben, dass ihr wandeln solltet würdig vor Gott, der euch berufen hat zu seinem Reich und zu seiner Herrlichkeit.
10 Darum danken auch wir ohne Unterlass Gott, dass ihr, da ihr empfinget von uns das Wort göttlicher Predigt, es aufnahmt nicht als Menschenwort, sondern, wie es denn wahrhaftig ist, als Gottes Wort, welcher auch wirkt in euch, die ihr glaubet.
11 Denn ihr seid Nachfolger geworden, liebe Brüder, der Gemeinden Gottes in Judäa, weil ihr von euren eigenen Landsleuten ebendasselbe erlitten habt, was jene von ihrer Obrigkeit erlitten - denen, die den Herrn Jesus getötet haben und ihre eigenen Propheten und uns verfolgt haben. Es ist eine Rechnung, die Rom über die Jahrhunderte gern an das ganze Volk weitergereicht hat, obwohl auf ihr nur wenige Namen standen.
12 Wir aber, liebe Brüder, nachdem wir euer eine Weile beraubt gewesen sind nach dem Angesicht, nicht nach dem Herzen, haben wir desto mehr geeilt, euer Angesicht zu sehen mit großem Verlangen.
13 Darum haben wir wollen zu euch kommen, ich, Paulus, zweimal, und Satan hat uns verhindert. Man beachte: Selbst der Widersacher hat manchmal nichts Aufwendigeres zu bieten als eine ausgefallene Überfahrt.
14 Denn wer ist unsre Hoffnung oder Freude oder Krone des Ruhms? Seid nicht auch ihr es vor unserm Herrn Jesus Christus zu seiner Zukunft? Ihr seid ja unsre Ehre und Freude.