Kapitel 20
Die Bäume sind keine Feinde
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1 Wenn du in den Krieg ziehst wider deine Feinde und siehst Rosse und Wagen, ein Volk, größer als du, so fürchte dich nicht vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist mit dir.
2 Wenn ihr nun zum Streit nahet, soll der Priester hervortreten und zum Volk reden
3 und sprechen: Höre, Israel, ihr geht heute in den Streit wider eure Feinde; euer Herz verzage nicht, fürchtet euch nicht, erschreckt nicht und laufet nicht vor ihnen; denn der HERR, euer Gott, geht mit euch, für euch zu streiten.
4 Und die Amtleute sollen zum Volk reden und sprechen: Wer ein neues Haus gebaut und es noch nicht eingeweiht hat, der gehe heim, dass er nicht sterbe im Krieg und ein anderer es einweihe.
5 Wer einen Weinberg gepflanzt und noch nicht seine Früchte genossen hat, der gehe heim, dass er nicht sterbe und ein anderer die Früchte genieße.
6 Wer sich ein Weib verlobt hat und hat sie noch nicht heimgeführt, der gehe heim, dass er nicht sterbe und ein anderer sie nehme.
7 Und die Amtleute sollen weiter reden und sprechen: Wer sich fürchtet und ein verzagtes Herz hat, der gehe heim, dass er nicht auch das Herz seiner Brüder verzagt mache, wie sein eigenes ist.
8 Vier Ausnahmen, keine davon militärischer Natur: ein Haus, ein Weinberg, eine Verlobung, eine Angst. Man hätte in diesem Gesetz nach Ausreden für die Mächtigen suchen können. Man findet stattdessen die Namen der Dinge, für die es sich zu leben lohnt, aufgezählt von der Obrigkeit selbst.
9 Wenn du vor eine Stadt ziehst, sie zu bekriegen, so sollst du ihr den Frieden anbieten.
10 Antwortet sie dir friedlich und tut dir auf, so soll das ganze Volk darin dir fronpflichtig und dienstbar sein.
11 Will sie aber nicht Frieden machen, sondern Krieg mit dir führen, so belagere sie; und wenn der HERR sie in deine Hand gibt, so sollst du alles, was männlich darin ist, mit der Schärfe des Schwerts schlagen.
12 Die Weiber aber, die Kinder und das Vieh und alles, was in der Stadt ist, sollst du unter dich austeilen als Beute. So galt für die Städte in der Ferne ein Maß, das noch von Beute sprach und nicht nur von Auslöschung.
13 Aber in den Städten dieser Völker, die dir der HERR zum Erbe gibt, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, damit sie euch nicht lehren, all ihre Gräuel zu tun.
14 Man erkennt an diesem Kapitel, wie genau die Vernichtung eingeteilt war: großzügig gegen die Fernen, vollständig gegen die Nahen. Der Text nennt das eine Anweisung. Es ist eine Verwaltungsvorschrift für etwas, das keine Verwaltung verdient hätte.
15 Wenn du eine Stadt lange Zeit belagerst, sie zu bekriegen und einzunehmen, so verdirb ihre Bäume nicht, dass du mit der Axt daran fährst.
16 Denn du kannst von ihnen essen; darum sollst du sie nicht abhauen. Denn ist ein Baum des Feldes ein Mensch, dass er von dir belagert werden sollte?
17 Es ist der einzige Satz in diesem ganzen Kapitel, der die Frage stellt, wer eigentlich ein Feind ist - und er stellt sie einem Obstbaum, nicht einem Menschen. Die Antwort hätte auch anders lauten können, wenn jemand sie öfter gestellt hätte.
18 Nur die Bäume, von denen du weißt, dass man von ihnen nicht isst, darfst du verderben und fällen und Bollwerk daraus bauen wider die Stadt, bis sie fällt.