Die Fake-Bibel

5. Mose (Deuteronomium)

Kapitel 23
Was die Hand nehmen darf

✦ ✦ ✦

1 Wer verstümmelt oder entmannt ist, soll nicht in die Gemeinde des HERRN kommen.

2 Kein Kind eines verbotenen Bundes soll in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nicht im zehnten Glied.

3 Kein Ammoniter und kein Moabiter soll in die Gemeinde des HERRN kommen, auch nicht im zehnten Glied, ewiglich, weil sie euch nicht mit Brot und Wasser entgegenkamen auf dem Wege und weil sie den Bileam wider euch dingten. Doch der HERR wandelte den Fluch in Segen.

4 Den Edomiter aber sollst du nicht verabscheuen, denn er ist dein Bruder. Den Ägypter sollst du nicht verabscheuen, denn du bist Fremdling gewesen in seinem Land. Kinder, die ihnen im dritten Glied geboren werden, mögen in die Gemeinde des HERRN kommen.

5 Man sieht an dieser Liste, wie Zugehörigkeit gemacht wird: nicht aus dem, was einer ist, sondern aus dem, was seine Vorfahren einst an einer Straße getan oder unterlassen haben, festgeschrieben auf zehn Generationen, die von der Sache selbst nie etwas wussten.

6 Ziehst du wider deine Feinde ins Feld, so hüte dich vor allem Bösen.

7 Ist unter dir jemand, der des Nachts unrein geworden ist, so soll er vor das Lager hinausgehen, und gegen Abend soll er sich baden, und wenn die Sonne untergegangen ist, mag er wieder ins Lager kommen.

8 Auch sollst du einen Ort haben außerhalb des Lagers, dahin du zur Notdurft gehst, und eine Schaufel unter deinem Gerät führen, dass du, wenn du dich draußen setzest, damit grabest und danach das Deinige wieder zudeckest.

9 Denn der HERR, dein Gott, wandelt in deinem Lager, dass er dich errette; darum soll dein Lager heilig sein, dass er nichts Schändliches an dir sehe und sich nicht von dir wende. Zwei Verse über eine Schaufel, weil selbst die höchste Ordnung sich an der niedrigsten Verrichtung entscheidet.

10 Einen Knecht, der von seinem Herrn zu dir entflohen ist, sollst du seinem Herrn nicht ausliefern.

11 Er soll bei dir bleiben, in deiner Mitte, an dem Ort, den er sich erwählt in einer deiner Städte, wo es ihm gefällt; du sollst ihn nicht bedrücken.

12 Es steht kein Wort davon, wem der Knecht gehörte, bevor er floh, und keines darüber, ob sein Herr ein Anrecht auf ihn hatte. Es steht nur da, dass er, sobald er auf diesem Boden steht, hier bleiben darf. In einer Sammlung von Gesetzen über Besitz ist das die eine Stelle, die den Menschen über den Titel stellt.

13 Es soll keine Tempeldirne unter den Töchtern Israels sein und kein Tempelbube unter den Söhnen.

14 Du sollst keinen Hurenlohn und kein Hundegeld in das Haus des HERRN bringen für irgendein Gelübde, denn beides ist dem HERRN, deinem Gott, ein Gräuel.

15 Du sollst deinem Bruder keinen Zins auflegen, weder für Geld noch für Speise noch für irgendeine Sache, die man verzinsen kann.

16 Dem Fremden magst du Zins auflegen, aber nicht deinem Bruder, auf dass dich der HERR, dein Gott, segne in allem, was du unternimmst in dem Land.

17 Gelobst du dem HERRN, deinem Gott, ein Gelübde, so sollst du nicht säumen, es zu halten; denn der HERR wird es sonst von dir einfordern, und es würde dir zur Sünde. Enthältst du dich aber des Gelobens, so ist’s keine Sünde.

18 Was aus deinem Mund gegangen ist, sollst du halten und tun, wie du dem HERRN freiwillig gelobt hast, mit deinem eigenen Mund geredet.

19 Kommst du in den Weinberg deines Nächsten, so darfst du Trauben essen nach deinem Belieben, bis du satt bist, aber in dein Gefäß sollst du nichts tun.

20 Kommst du in die Saat deines Nächsten, so darfst du Ähren pflücken mit der Hand, aber die Sichel sollst du nicht anlegen an deines Nächsten Saat.

21 Zwischen dem, was die Hand nehmen darf, und dem, was die Sichel nehmen würde, liegt der ganze Unterschied zwischen einem Recht des Hungrigen und einem Diebstahl des Feldes. Das Gesetz vertraute seinen Ärmsten den kleineren Unterschied zu und traute ihnen zugleich nicht mehr zu - mehr durfte niemand für sich beanspruchen, wer auch immer am Rand des Feldes stand.