Die Fake-Bibel

1. Mose (Genesis)

Kapitel 13
Die Aussicht auf Sodom

✦ ✦ ✦

1 Also zog Abram herauf aus Ägypten mit seinem Weibe und mit allem, was er hatte, und Lot mit ihm, ins Südland. Und er war sehr reich an Vieh, Silber und Gold. Woher, das hat die Erzählung gerade erst berichtet und danach nie wieder erwähnt.

2 Und er zog immer weiter bis an die Stätte, wo zuvor sein Zelt gewesen war, zwischen Bethel und Ai, an den Ort des Altars, den er früher gemacht hatte, und rief den Namen des HERRN an. Wer heimkehrt, geht zuerst dorthin, wo er einmal gebetet hat.

3 Lot aber, der mit Abram zog, hatte auch Schafe und Rinder und Zelte. Und das Land konnte es nicht ertragen, dass sie beieinander wohnten, denn ihre Habe war groß.

4 Man beachte den Grund des Streits: nicht Hunger, nicht Dürre, nicht Feindschaft. Sie hatten zu viel. Der Mangel entstand aus dem Überfluss, und diese Erfindung ist bis heute im Einsatz.

5 Und es war immer Zank zwischen den Hirten über Abrams Vieh und den Hirten über Lots Vieh. Es zankten die Hirten. Die Herren zankten nicht; sie mussten nicht.

6 Da sprach Abram zu Lot: Lass doch nicht Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten, denn wir sind Brüder.

7 Steht dir nicht alles Land offen? Trenne dich doch von mir. Willst du zur Linken, so will ich zur Rechten; oder willst du zur Rechten, so will ich zur Linken. Der Ältere, der Reichere, der Berufene ließ den Jüngeren zuerst wählen. Man findet in der ganzen Schrift keine zweite Stelle, an der jemand ein Vorrecht so beiläufig abgibt.

8 Da hob Lot seine Augen auf und besah die ganze Gegend am Jordan. Denn ehe der HERR Sodom und Gomorra verderbte, war sie wasserreich bis nach Zoar hin, wie ein Garten des HERRN.

9 Und Lot erwählte sich die ganze Gegend am Jordan und zog gen Osten. Er wählte nach der Aussicht. Nach den Nachbarn hatte er nicht gefragt.

10 Also trennte sich ein Bruder von dem anderen. Abram wohnte im Lande Kanaan, und Lot wohnte in den Städten der Gegend und setzte seine Zelte bis nach Sodom.

11 Aber die Leute zu Sodom waren böse und sündigten sehr wider den HERRN. Der Text sagt es hier, bevor irgendetwas geschieht, damit später niemand behaupten kann, es sei nicht vorher bekannt gewesen. Lot hatte dieselbe Auskunft wie der Leser und zog trotzdem hin.

12 Da nun Lot sich von Abram getrennt hatte, sprach der HERR zu Abram: Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte, wo du wohnst, gen Mitternacht, gen Mittag, gen Morgen und gen Abend. Denn alles Land, das du siehst, will ich dir geben und deinem Samen ewiglich.

13 Er bekam es, nachdem er verzichtet hatte, und nicht dafür. Die Schrift stellt beides nebeneinander und zieht keinen Schluss. Wer daraus eine Rechnung macht - verzichte, und dir wird mehr gegeben -, hat aus der Großzügigkeit ein Geschäft gemacht und aus dem Segen ein Zinsversprechen.

14 Und ich will deinen Samen machen wie den Staub auf Erden. Kann ein Mensch den Staub auf Erden zählen, der wird auch deinen Samen zählen.

15 Also erhob Abram sein Zelt und kam und wohnte im Hain Mamre bei Hebron und baute daselbst dem HERRN einen Altar. Er hatte die schlechtere Lage genommen und schlief gut.