Die Fake-Bibel

3. Mose (Levitikus)

Kapitel 1
Die vollständige Abschreibung

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1 Und der HERR rief Mose und redete mit ihm aus der Stiftshütte und sprach: Rede mit den Kindern Israel und sprich zu ihnen. Hier fangen die Vorschriften an, und hier hören die Leser auf. Es ist das meistzitierte und das meistübersprungene Buch der Schrift, und beides von denselben Leuten.

2 Welcher unter euch dem HERRN ein Opfer tun will, der tue es von dem Vieh, von Rindern und Schafen. Die Bedingungen waren wieder länger geworden. Am Anfang waren es ein Satz und ein Baum gewesen; nun regelte man die Form, in der das Einverständnis zu erbringen sei, und der Text wuchs, wie Bedingungen es tun.

3 Will er ein Brandopfer bringen von Rindern, so opfere er ein Männliches ohne Fehler vor der Tür der Stiftshütte, dass es dem HERRN wohlgefällig sei.

4 Und er soll seine Hand auf des Brandopfers Haupt legen. Es ist die einzige Berührung in diesem ganzen Kapitel, und der Text verlangt sie ausdrücklich: Wer ein Leben nimmt, soll es angefasst haben.

5 Und er soll das Rind schlachten vor dem HERRN, und die Priester sollen das Blut ringsum an den Altar sprengen. Man beachte, wer schlachtet: nicht der Priester, sondern der, dem das Tier gehörte. Das Wegsehen ist eine spätere Erfindung, und es kam zusammen mit der Verpackung.

6 Und man soll dem Brandopfer die Haut abziehen und es in Stücke zerhauen. Und die Söhne Aarons sollen Feuer auf den Altar tun und Holz darüberlegen.

7 Und die Stücke, den Kopf und das Fett sollen sie auf das Holz legen über dem Feuer; das Eingeweide aber und die Schenkel soll man mit Wasser waschen.

8 Und der Priester soll es alles anzünden auf dem Altar zum Brandopfer. Alles: nicht ein Teil, nicht der Rest, nicht der Anteil, der sich ohnehin entbehren ließ. Vom Brandopfer bleibt nichts übrig, und darin unterscheidet es sich von allem, was der Mensch seither Opfer nennt.

9 Zum lieblichen Geruch dem HERRN, sagt der Text, und er sagt es bei jedem Opfer aufs Neue. Der Allmächtige riecht gern. Es ist der menschlichste Zug, den die Schrift ihm zugesteht, und die Ausleger haben ihn eifrig weggedeutet.

10 Denn eine Gabe, von der etwas zurückkommt, ist eine Anlage. Der Mensch hat später gelernt, seine Gaben so zu bemessen, dass sie sich rechnen: die Spende mit Bescheinigung, die Wohltat mit dem Namen auf einer Tafel im Foyer. Hier brannte alles, und niemand sah zu, wie es sich auszahlte.

11 Will er aber von Schafen oder Ziegen ein Brandopfer bringen, so opfere er ein Männliches ohne Fehler, und es geschehe damit wie mit dem Rind. Wer weniger hatte, brachte weniger. Der Rauch war derselbe.

12 Will er aber von Vögeln bringen, so bringe er Turteltauben oder junge Tauben, und der Priester soll ihnen den Kopf abkneifen und sie anzünden auf dem Altar. Es ist die kleinste Gabe dieses Kapitels und die einzige, bei der der Priester die Arbeit selber tut.

13 Ohne Fehler soll es sein, heißt es in diesem Kapitel viermal. Was einer gibt, soll nicht das sein, was er ohnehin nicht mehr gebrauchen konnte. Es ist die eine Vorschrift dieses Buches, gegen die in jedem Kleidersack und jedem Spendenkarton täglich verstoßen wird.

14 Und es war ein Feuer und ein Rauch, und der Rauch stieg auf und war fort. Dies also ist das Erste, was in diesem Buch geregelt wird: nicht der Streit, nicht das Erbe, nicht die Grenze zwischen zwei Äckern, sondern die Frage, wie ein Mensch etwas hergibt, ohne dafür etwas zu bekommen.