Die Fake-Bibel

Lukas

Kapitel 12
Größere Scheunen

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1 Es lief das Volk zu Haufen zusammen, dass sie sich untereinander traten. Da fing er an und sagte zu seinen Jüngern: Zum ersten hütet euch vor dem Sauerteig der Pharisäer, welcher ist die Heuchelei. Es ist aber nichts verborgen, das nicht offenbar werde, und nichts heimlich, das man nicht wissen werde.

2 Ich sage euch aber, meinen Freunden: Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten und danach nichts mehr tun können. Verkauft man nicht fünf Sperlinge um zwei Pfennige? Dennoch ist vor Gott deren nicht eines vergessen. Auch sind die Haare auf eurem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht, ihr seid mehr wert als viele Sperlinge.

3 Es sprach aber einer aus dem Volk zu ihm: Meister, sage meinem Bruder, dass er mit mir das Erbe teile. Er aber sprach zu ihm: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Erbschichter über euch gesetzt? Und er sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Geiz, denn niemandes Leben hängt daran, dass er viele Güter hat.

4 Und er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, das Land hatte wohl getragen. Und er gedachte bei sich selbst und sprach: Was soll ich tun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle.

5 Und sprach: Das will ich tun: ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen und will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter. Und will zu meiner Seele sagen: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrat auf viele Jahre; habe nun Ruhe, iss, trink und habe guten Mut.

6 Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr! Diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern; und wes wird’s sein, das du bereitet hast? Er hatte sein ganzes Leben auf das nächste Jahr verlegt und keine einzige Nacht auf diese.

7 Also geht es, wer sich Schätze sammelt und ist nicht reich in Gott. Man beachte, was hier nicht geschieht: Der Bauer wird nicht bestohlen, nicht betrogen, nicht enteignet. Er stirbt einfach, mitten in der eigenen erfolgreichen Ernte, und die neuen Scheunen gehören schon am nächsten Morgen jemand anderem.

8 Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen sollt, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen sollt. Das Leben ist mehr als die Speise, und der Leib mehr als die Kleidung.

9 Nehmet wahr der Raben: die sähen nicht, sie ernten auch nicht, sie haben auch keinen Keller noch Scheune, und Gott nährt sie doch. Wie viel besser seid ihr denn die Vögel!

10 Wer ist unter euch, ob er schon darum sorget, der da könnte eine Elle lang seiner Länge zusetzen? So ihr denn das Geringste nicht vermögt, warum sorgt ihr für das andere?

11 Nehmet wahr der Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch aber, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins.

12 So denn das Gras, das heute auf dem Felde steht und morgen in den Ofen geworfen wird, Gott also kleidet, wie viel mehr wird er euch kleiden, ihr Kleingläubigen!

13 Darum auch ihr, fraget nicht danach, was ihr essen oder was ihr trinken sollt, und fahret nicht hoch her. Nach solchem allem trachten die Heiden in der Welt; aber euer Vater weiß, dass ihr des bedürft. Doch trachtet nach dem Reich Gottes, so wird euch das alles zufallen.

14 Fürchte dich nicht, du kleine Herde, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zu geben. Verkaufet, was ihr habt, und gebt Almosen. Macht euch Beutel, die nicht veralten, einen Schatz, der niemals abnimmt, im Himmel, da kein Dieb zukommt.

15 Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein. Lasst eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen, und seid gleich den Menschen, die auf ihren Herrn warten, wann er aufbrechen wird von der Hochzeit, auf dass, wenn er kommt und anklopft, sie ihm alsbald auftun.

16 Selig sind die Knechte, die der Herr, so er kommt, wachend findet. Da sprach Petrus zu ihm: Herr, sagst du dies Gleichnis zu uns oder auch zu allen? Der Herr aber sprach: Wie ein großer Ding ist’s um einen treuen und klugen Haushalter, welchen der Herr setzt über sein Gesinde, dass er ihnen zur rechten Zeit ihre Gebühr gebe.

17 Selig ist der Knecht, wenn sein Herr kommt und findet ihn also tun. Wahrlich, ich sage euch, er wird ihn über alle seine Güter setzen. So aber derselbe Knecht in seinem Herzen sagen wird: Mein Herr verzieht zu kommen, und fängt an, zu schlagen die Knechte und Mägde, auch zu essen und zu trinken und sich vollzusaufen.

18 So wird der Herr desselben Knechtes kommen an dem Tage, da er sich’s nicht versieht, und zu der Stunde, die er nicht meint, und wird ihn zerscheitern und wird ihm seinen Lohn geben mit den Ungläubigen.

19 Welcher Knecht aber seines Herrn Willen weiß und hat sich nicht bereitet, auch nicht nach seinem Willen getan, der wird viel Streiche leiden müssen. Wer aber nicht weiß, hat aber getan, was Streiche verdient, der wird wenig Streiche leiden. Denn welchem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und welchem viel befohlen ist, von dem wird man viel fordern.