Kapitel 17
Drei Zelte für einen Moment
✦ ✦ ✦
1 Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus und Jakobus und Johannes, seinen Bruder, und führte sie beiseite auf einen hohen Berg.
2 Und ward verklärt vor ihnen, und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden weiß wie ein Licht. Es gab kein Publikum außer den dreien, und keiner von ihnen hatte ein Gerät bei sich, mit dem man den Augenblick hätte festhalten können. Er blieb also nur, was er war: gesehen, und sonst nichts.
3 Und siehe, da erschienen ihnen Mose und Elia, die redeten mit ihm. Zwei Männer, die längst gestorben waren, standen dort wie zwei Zeugen, die man endlich persönlich vorladen konnte.
4 Petrus aber antwortete und sprach zu Jesu: Herr, hier ist gut sein. Willst du, so wollen wir hier drei Hütten machen: dir eine, Mose eine und Elia eine.
5 Er redete noch, da überschattete sie eine lichte Wolke. Und siehe, eine Stimme aus der Wolke sprach: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe; den sollt ihr hören. Der Vorschlag mit den drei Hütten wurde nicht beantwortet. Man baut einem Augenblick wie diesem kein Gehäuse.
6 Da das die Jünger hörten, fielen sie auf ihr Angesicht und erschraken sehr. Jesus aber trat zu ihnen, rührte sie an und sprach: Stehet auf und fürchtet euch nicht.
7 Da sie aber ihre Augen aufhoben, sahen sie niemand denn Jesum allein. Mose war fort, Elia war fort, die Wolke war fort. Übrig blieb der eine, der auch vorher schon dagewesen war, ehe irgendetwas anfing zu leuchten.
8 Und da sie vom Berge herabgingen, gebot ihnen Jesus und sprach: Ihr sollt dies Gesicht niemand sagen, bis des Menschen Sohn von den Toten auferstanden ist.
9 Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Was sagen denn die Schriftgelehrten, Elia müsse zuvor kommen? Jesus antwortete: Elia ist schon gekommen, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern haben an ihm getan, was sie wollten. Da verstanden die Jünger, dass er von Johannes dem Täufer redete.
10 Und da sie zu dem Volk kamen, trat zu ihm ein Mensch und fiel ihm zu Füßen und sprach: Herr, erbarme dich über meinen Sohn, denn er ist mondsüchtig und hat schwer sein Leiden; er fällt oft ins Feuer und oft ins Wasser. Und ich habe ihn zu deinen Jüngern gebracht, und sie konnten ihm nicht helfen.
11 Jesus aber antwortete und sprach: O du ungläubige und verkehrte Art, wie lange soll ich bei euch sein? Wie lange soll ich euch dulden? Bringet ihn hierher! Und Jesus bedrohte ihn, und der Teufel fuhr aus von ihm, und der Knabe ward gesund zu derselben Stunde.
12 Da traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Warum konnten wir ihn nicht austreiben? Jesus aber sprach zu ihnen: Um eures Unglaubens willen. Wenn ihr Glauben habt wie ein Senfkorn, so möget ihr sagen zu diesem Berge: Hebe dich von hinnen dorthin! so wird er sich heben, und euch wird nichts unmöglich sein.
13 Da sie aber ihr Wesen hatten in Galiläa, sprach Jesus zu ihnen: Es wird des Menschen Sohn überantwortet werden in der Menschen Hände, und sie werden ihn töten, und am dritten Tage wird er auferstehen. Und sie wurden sehr betrübt.
14 Da sie nun gen Kapernaum kamen, traten zu Petrus, die den Zinsgroschen einnahmen, und sprachen: Pflegt euer Meister nicht den Zinsgroschen zu geben? Er sprach: Ja.
15 Und als er heimkam, kam ihm Jesus zuvor und sprach: Was dünkt dich, Simon? Von wem nehmen die Könige auf Erden den Zoll oder Zins, von ihren Kindern oder von den Fremden? Petrus sprach: Von den Fremden. Da sprach Jesus zu ihm: So sind die Kinder frei.
16 Auf dass wir aber sie nicht ärgern, so gehe hin an das Meer und wirf die Angel, und den ersten Fisch, der herauffährt, den nimm; und wenn du seinen Mund auftust, wirst du einen Stater finden; den nimm und gib ihn für mich und dich. Es war die kleinstmögliche Steuer, die je bezahlt wurde, und der Sohn Gottes zahlte sie freiwillig, damit niemand einen Vorwand hatte, ihm die falsche Frage zu stellen.