Kapitel 2
Der Dienstantrag
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1 Im Monat Nisan, im zwanzigsten Jahr des Königs Artasasta, trug ich Wein vor ihm, und ich war zuvor nie traurig gewesen vor ihm. Vier Monate hatte ich das Gesicht geübt, das nichts verrät. Am Ende reichte es nicht.
2 Da sprach der König zu mir: Warum siehst du so übel? Du bist ja nicht krank; das ist nichts anderes als Traurigkeit des Herzens. Da fürchtete ich mich sehr.
3 Und sprach zum König: Der König lebe ewiglich! Sollte ich nicht übel sehen? Die Stadt, da das Begräbnis meiner Väter ist, liegt wüst, und ihre Tore sind mit Feuer verzehrt.
4 Da sprach der König zu mir: Was forderst du denn? Da betete ich zu dem Gott des Himmels, in der Zeit zwischen der Frage und der Antwort, ein Gebet von der Länge eines Atemzugs. Es war das kürzeste und wirksamste dieses ganzen Buches.
5 Und sprach zum König: Gefällt es dem König, und ist dein Knecht angenehm vor dir, so wollest du mich senden nach Juda zu der Stadt, da meiner Väter Gräber sind, dass ich sie baue.
6 Und der König sprach zu mir, und die Königin saß neben ihm: Wie lange wird deine Reise währen, und wann wirst du wiederkommen? Und es gefiel dem König, mich hinzusenden, und ich setzte ihm eine bestimmte Zeit. Man beachte: Er verhandelte nicht die Sache, sondern die Frist. Es ist bis heute die einzige Verhandlung, die eine Amtsstube wirklich interessiert.
7 Und ich sprach zum König: Gefällt es dem König, so gebe man mir Briefe an die Landpfleger jenseits des Wassers, dass sie mich hindurchziehen lassen, bis ich komme nach Juda.
8 Auch Briefe an Asaph, den Holzverwalter des Königs, dass er mir Holz gebe, Balken zu machen zu den Toren der Burg beim Tempel, zu der Stadtmauer und zu dem Hause, da ich einziehen soll. Und der König gab mir nach der guten Hand meines Gottes über mir.
9 Und ich kam zu den Landpflegern jenseits des Wassers und gab ihnen des Königs Briefe. Der König aber sandte mit mir Hauptleute und Reiter, eine Eskorte, die weniger dem Schutz diente als der Erinnerung, wessen Auftrag ich trug.
10 Da aber das Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, hörten, verdross es sie sehr, dass ein Mensch gekommen wäre, der Gutes suchte für die Kinder Israel. Die ersten beiden Namen der Widerstandsliste standen fest, noch bevor ein einziger Stein bewegt worden war.
11 Und da ich gen Jerusalem kam und drei Tage da gewesen war, machte ich mich des Nachts auf und wenig Männer mit mir, und ich sagte niemand, was mir mein Gott eingegeben hatte, für Jerusalem zu tun.
12 Und ich ritt auf einem Tier, und niemand wusste, wohin ich ginge oder was ich tat, und war noch kein Jude, weder Priester noch Ratsherr noch Werkmeister, dem ich es kundgetan hätte.
13 Und ich ritt zum Taltor hinaus bei der Nacht und besah die Mauer, dass sie zerrissen war und ihre Tore mit Feuer verzehrt. Es war die erste Bestandsaufnahme dieses Buches, und sie geschah heimlich, im Dunkeln, ohne Bericht an irgendeine Behörde - eine Methode, von der spätere Amtsträger nur träumen konnten.
14 Und ich ritt hinüber zum Brunnentor und zu des Königs Teich; da war kein Raum für das Tier, unter mir hindurchzugehen. Da stieg ich hinauf im Bach bei der Nacht und besah die Mauer und kehrte um und kam zum Taltor wieder heim.
15 Und die Obersten wussten nicht, wohin ich gegangen war und was ich tat; denn ich hatte den Juden und den Priestern und den Ratsherren und den Werkleuten bis daher nichts gesagt.
16 Und ich sprach zu ihnen: Ihr seht das Unglück, darin wir sind, dass Jerusalem wüst liegt und ihre Tore mit Feuer verbrannt sind; kommt, lasst uns die Mauern Jerusalems bauen, dass wir nicht mehr eine Schmach seien.
17 Und ich sagte ihnen an die Hand meines Gottes, wie sie gut über mir gewesen war, dazu die Worte des Königs, die er mir geredet hatte. Und sie sprachen: Lasst uns auf sein und bauen! Und ihre Hände wurden gestärkt zum Guten. Es war der kürzeste Motivationsvortrag der Weltgeschichte, und der einzige, der sofort auf den ersten Ziegel folgte.
18 Da aber Sanballat, der Horoniter, und Tobia, der ammonitische Knecht, und Geschem, der Araber, es hörten, spotteten sie unser und verachteten uns und sprachen: Was ist das, das ihr tut? Wollt ihr von dem König abfallen?
19 Ich aber antwortete ihnen und sprach: Der Gott des Himmels wird es uns gelingen lassen; denn wir, seine Knechte, haben uns aufgemacht und bauen. Ihr aber habt kein Teil noch Recht noch Gedächtnis in Jerusalem. Auf ein Angebot antwortete er nicht mit einem Argument, sondern mit einer Grundstücksfrage - und traf damit genauer als jedes Argument.