Kapitel 12
Die Whistleblowerin
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1 Und Mirjam und Aaron redeten wider Mose um des kuschitischen Weibes willen, das er genommen hatte, denn er hatte ein kuschitisches Weib genommen.
2 Und sie sprachen: Redet denn der HERR allein durch Mose? Redet er nicht auch durch uns? Und der HERR hörte es.
3 Man beachte die Reihenfolge der Namen in diesem Vers: Mirjam zuerst, Aaron danach, und die Grammatik im ursprünglichen Text folgt ihr. Man hat trotzdem drei Jahrtausende lang von Aarons Aufstand kaum gesprochen und von Mirjams Strafe umso mehr.
4 Aber Mose war ein sehr geduldiger Mensch, mehr als alle Menschen auf Erden. Der Vers steht mitten in einem Kapitel über eine Auseinandersetzung, die er selbst nicht führte; auch das ist eine Art, geduldig zu sein.
5 Und plötzlich sprach der HERR zu Mose und zu Aaron und zu Mirjam: Gehet heraus, ihr drei, zu der Hütte des Stifts. Und sie gingen alle drei heraus.
6 Da fuhr der HERR herab in einer Wolkensäule und trat in die Tür der Hütte und rief Aaron und Mirjam, und die beiden traten hervor.
7 Und er sprach: Wenn irgendein Prophet unter euch ist, dem tue ich mich kund in einem Gesicht oder rede mit ihm im Traum. Aber nicht so mit meinem Knecht Mose, der in meinem ganzen Hause treu ist; mündlich rede ich mit ihm, deutlich und nicht durch dunkle Worte.
8 Warum habt ihr euch denn nicht gefürchtet, wider meinen Knecht Mose zu reden? Und der Zorn des HERRN ergrimmte über sie, und er ging weg.
9 Und die Wolke wich von der Hütte. Und siehe, Mirjam ward aussätzig wie der Schnee. Und Aaron wandte sich zu ihr und sah, dass sie aussätzig war.
10 Zwei hatten geredet, einer stand daneben, als der Zorn kam, und einer wurde weiß wie Schnee. Der Text erklärt nicht, warum nur sie getroffen wurde. Er berichtet es nur, in einem einzigen Satz, und geht weiter.
11 Da sprach Aaron zu Mose: Ach, mein Herr, lass die Sünde nicht auf uns bleiben, mit der wir töricht gehandelt haben. Er sagte „uns”, stehend, unversehrt, während seine Schwester vor ihm aussätzig war.
12 Und Mose schrie zum HERRN und sprach: Ach Gott, heile sie.
13 Der HERR aber sprach zu Mose: Wenn ihr Vater ihr ins Angesicht gespien hätte, sollte sie sich nicht sieben Tage schämen? Lass sie sieben Tage verschlossen sein außerhalb des Lagers, danach soll man sie wieder aufnehmen.
14 Und Mirjam ward sieben Tage verschlossen außerhalb des Lagers. Und das Volk zog nicht weiter, bis Mirjam wieder aufgenommen war.
15 Man lese den letzten Satz noch einmal: Ein ganzes Volk, mitten im Aufbruch, hielt für die Frau an, die es soeben ausgeschlossen hatte. Es ist die einzige Genugtuung, die dieses Kapitel ihr gewährt, und sie kam von denen, die ohnehin auf sie warten mussten.