Die Fake-Bibel

4. Mose (Numeri)

Kapitel 13
Der Mehrheitsbericht

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1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Kindern Israel geben will; aus jeglichem Stamm einen, und lauter Fürsten unter ihnen. Geschickt wurden also nicht die, die hingehen wollten, sondern die, die etwas zu verlieren hatten.

2 Und Mose sandte sie aus der Wüste Paran, zwölf Männer, die alle Häupter waren unter den Kindern Israel. Ihre Namen stehen einzeln aufgeschrieben, mit Vater und Stamm. An zwei von ihnen wird man sich später erinnern.

3 Und er sprach zu ihnen: Ziehet hinauf ins Gebirge und besehet das Land, wie es ist, und das Volk, das darin wohnt, ob es stark oder schwach, wenig oder viel sei; und ob das Land fett oder mager sei und ob Bäume darin sind oder nicht.

4 Es war ein guter Fragenkatalog. Er umfasste alles, was sich wissen lässt, und die eine Frage nicht, auf die es ankam: was ihr tun werdet, wenn euch die Antwort nicht gefällt.

5 Und sie zogen hinauf und erkundeten das Land vierzig Tage lang, von der Wüste Zin bis gen Rehob. Und sie kamen an den Bach Eschkol und schnitten daselbst eine Rebe ab mit einer Weintraube und trugen sie zu zweien auf einer Stange, dazu Granatäpfel und Feigen.

6 Vierzig Tage waren sie unterwegs, und sie brachten eine Traube mit, an der zwei Männer zu tragen hatten. Nichts an diesem Befund war strittig. Strittig war allein, was er bedeutete.

7 Und sie kamen wieder und erzählten vor der ganzen Gemeinde: Wir sind in das Land gekommen, dahin ihr uns sandtet; es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies ist seine Frucht.

8 Bis hierher waren sich alle zwölf einig. Der ganze Streit der nächsten vierzig Jahre hängt an dem Wort, das als Nächstes fiel, und dieses Wort hieß „aber”.

9 Aber, sprachen sie, das Volk ist stark, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und wir sahen daselbst die Kinder Enak.

10 Da stillte Kaleb das Volk und sprach: Lasst uns hinaufziehen und es einnehmen, denn wir vermögen es. Zwei von zwölf hatten dasselbe gesehen wie die anderen zehn und einen anderen Schluss gezogen. Es ist die einzige Stelle dieses Kapitels, an der jemand rechnet, statt zu fühlen.

11 Aber die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark. Und sie machten dem Lande ein böses Geschrei und sprachen: Es ist ein Land, das seine Einwohner frisst.

12 So wuchs der Befund. Aus „stark” war „zu stark” geworden und aus „zu stark” ein Land, das Menschen frisst. Ein Bericht, den man zweimal erzählt und beim zweiten Mal schon in genickte Gesichter hinein, ist beim dritten Mal nicht mehr wiederzuerkennen.

13 Und sie sprachen: Wir sahen daselbst Riesen, und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken.

14 Hier steht die Ursache der Niederlage, vierzig Jahre vor ihrem Eintreten, in einem Nebensatz und ohne jede Betonung. Und es ist nicht die Größe der anderen.

15 Und sie fuhren fort: und also waren wir auch in ihren Augen. Es hatte sie niemand gefragt. Sie hatten von sich auf die anderen geschlossen, und sie hatten es ausgerechnet in der Frage getan, wie klein sie seien.

16 Und die Gemeinde hörte zehn Männer und zwei Männer. Zehn zu zwei - man hatte nicht gewogen, wer recht hat, sondern gezählt, wie viele sich fürchten, und dabei war das Ergebnis erfreulich eindeutig.

17 So endete die einzige Erkundung, die dieses Volk je unternommen hat. Sie hatte vierzig Tage gedauert. Die Auswertung dauerte eine Nacht, und die Folgen dauerten vierzig Jahre.