Kapitel 14
Das schwere Gerät
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1 Und es ward dem König in Ägypten angesagt, dass das Volk geflohen war. Und sein Herz und das Herz seiner Knechte ward verwandelt gegen das Volk, und sie sprachen: Warum haben wir das getan, dass wir Israel ziehen ließen, dass sie uns nicht mehr dienen? Die Reue kam, sobald die Arbeit liegenblieb. Nicht das Fehlen der Menschen fiel auf, sondern das Fehlen ihrer Leistung.
2 Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit sich, dazu sechshundert auserlesene Wagen und alle Wagen in Ägypten und die Hauptleute über sein ganzes Heer.
3 Und da die Kinder Israel ihre Augen aufhoben und die Ägypter hinter sich herziehen sahen, fürchteten sie sich sehr und schrien zu dem HERRN.
4 Und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, dass du uns wegführen musstest, damit wir in der Wüste stürben? Es ist der erste überlieferte Spott gegen einen Vorgesetzten, und übertroffen worden ist er nie: Gräber hatten sie in Ägypten reichlich.
5 Ist’s nicht das Wort, das wir dir sagten in Ägypten: Lass uns den Ägyptern dienen? Es wäre uns ja besser, den Ägyptern zu dienen, als in der Wüste zu sterben.
6 Da sprach Mose zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet zu, was für ein Heil der HERR heute an euch tun wird. Der HERR wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein. Der letzte Halbsatz ist die meistzitierte Stelle dieses Kapitels, und zitiert wird er fast ausschließlich von Leuten, denen daran gelegen ist, dass jemand stillhält.
7 Und der HERR sprach zu Mose: Was schreist du zu mir? Sage den Kindern Israel, dass sie ziehen. Das Gebet wurde abgewiesen und durch eine Anweisung ersetzt, und die Anweisung lautete: weitergehen. Es ist die knappste Auskunft, die je auf eine Bitte erteilt wurde, und sie war brauchbar.
8 Und Mose reckte seine Hand über das Meer, und der HERR ließ das Meer weichen durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das Meer trocken.
9 Und die Kinder Israel gingen hinein mitten ins Meer auf dem Trockenen, und das Wasser war ihnen Mauern zur Rechten und zur Linken.
10 Und die Ägypter folgten und zogen hinein ihnen nach, alle Rosse Pharaos, seine Wagen und Reiter, mitten ins Meer.
11 Und Gott stieß die Räder von ihren Wagen und stürzte sie mit Ungestüm. Sechshundert auserlesene Wagen, das beste Gerät seiner Zeit, und es scheiterte am Untergrund. Alles, was den Menschen überlegen macht, macht ihn im selben Maße abhängig; er hat diesen Satz nie unterschrieben und hält sich seit jeher daran.
12 Da sprachen die Ägypter: Lasst uns fliehen von Israel; der HERR streitet für sie wider Ägypten.
13 Und das Wasser kam wieder und bedeckte Wagen und Reiter und alle Macht des Pharao, dass nicht einer übrig blieb. Es ertranken nicht die, die den Befehl gegeben hatten, sondern die, die ihn auszuführen hatten. In diesem Punkt gleichen sich alle Feldzüge bis auf die Zahl.
14 Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer, und das Wasser war ihnen Mauern zur Rechten und zur Linken.
15 Und Israel sah die Ägypter tot am Ufer liegen. Und das Volk fürchtete den HERRN und glaubte ihm und seinem Knechte Mose. Es war der festeste Glaube, den dieses Volk je besessen hat. Wie lange er hielt, steht im nächsten Kapitel.